Gesetz zur Primärversorgung geht in Begutachtung

Alle Leistungen unter einem Dach: Mit der Primärversorgung wird die Gesundheitsversorgung auf neue Beine gestellt und eine hochqualitative medizinische Versorgung in ganz Österreich auch in Zukunft gesichert.

Die Lebenserwartung der Menschen steigt. Chronische Erkrankungen nehmen zu. Gleichzeitig werden in den nächsten Jahren rund 60 Prozent der HausärztInnen in Pension gehen. Spitalsambulanzen sind überlaufen. Das alles stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Mit der neuen Primärversorgung soll möglichen Engpässen vorgebeugt und eine flächendeckende TOP-Versorgung für alle Menschen gewährleistet werden.

Ganzes Team sorgt für umfassende Leistungen

Die Idee: HausärztInnen arbeiten gemeinsam mit einem Team aus anderen Gesundheitsberufen wie Pflege oder Therapie zusammen und vernetzen sich. Sie schließen sich, je nach Lage – ob in ländlichen Gebieten oder in der Stadt –, zu Netzwerken oder Zentren zusammen und bieten damit eine umfassende Gesundheitsversorgung an. Dabei geht es nicht nur um die reine Behandlung von Krankheiten, die Gesundheitsversorgung wird mit der neuen Primärversorgung viel breiter gedacht: HausärztInnen und Hausärzte und ihr Team unterstützen zum Beispiel beim Umgang mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes, arbeiten mit mobilen Pflegediensten zusammen oder koordinieren z.B. die Behandlung nach einem Krankenhausaufenthalt. Gleichzeitig wird die ambulante Versorgung gestärkt und die Arbeit als AllgemeinmedizinerIn bleibt attraktiv.  

Bestmögliche Gesundheitsversorgung

„Ich möchte die bestmögliche Gesundheitsversorgung für die Menschen sicherstellen. Dazu gehören eine gute Erreichbarkeit, längere Öffnungszeiten und umfassende Leistungen. Die MedizinerInnen und die Gesundheitsberufe profitieren gleichzeitig von der Teamarbeit, können sich besser spezialisieren und leichter als bisher vernetzen und austauschen“, sagt Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner, die den Gesetzesentwurf nun in Begutachtung geschickt hat. Ziel ist der Beschluss des Gesetzes noch vor Sommer 2017. Bis 2021 soll es zumindest 75 Primärversorgungseinrichtungen geben.

Die Vorteile der neuen Primärversorgung auf einen Blick:

  • hochqualitative, moderne medizinische Versorgung in ganz Österreich
  • umfassende Leistungen unter einem Dach (Allgemeinmediziner, Pflegedienste, Therapeuten, Fachärzte)
  • ambulante Versorgung wird gestärkt
  • Spitalsambulanzen stehen für echte Notfälle zur Verfügung, keine langen Wartezeiten
  • die Arbeit als AllgemeinmedizinerIn bleibt attraktiv
  • keine reine Behandlung von Krankheiten, sondern umfassende Gesundheitsversorgung
  • Wohnortnähe, gute Erreichbarkeit, längere Öffnungszeiten
  • MedizinerInnen und die Gesundheitsberufe profitieren von Teamarbeit, können sich besser spezialisieren und leichter als bisher vernetzen und austauschen
  • Best-Practise-Beispiel Enns (Pilot-Primärversorgungszentrum): Hier arbeiten vier Allgemeinmediziner, zwei Diplomkrankenschwestern, vier Ordinationsassistenten, ein Psychologe, zwei Physiotherapeuten, Fachkräfte für Diätologie, Ergotherapie, Logopädie, Geburtshilfe und Sozialarbeit.