Die Armut in Österreich sinkt seit 2008 und liegt weit unter dem EU-Durchschnitt

Seit 2008 nimmt die Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung in Österreich ab. Trotz Wirtschaftskrise gibt es heute weniger Armut in Österreich. Eine EU-Statistik zeigt, dass der Sozialstaat wirkt und die Armutsgefährdung hierzulande weit unter dem EU-Durchschnitt liegt. Dennoch müssen wir noch viel tun.

Die Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung in Österreich ist auch im vergangenen Jahr weiter gesunken und liegt mit 18 Prozent deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 23,7 Prozent. Das belegt die aktuelle EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen, die von Frauenministerin Rendi-Wagner, Sozialminister Stöger und Statistik-Austria-Chef Pesendorfer präsentiert wurde.

Risikogruppen Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte

Rund 1,5 Millionen Menschen sind von sozialen Benachteiligungen aufgrund niedriger Erwerbsbeteiligung, geringer Haushaltseinkommen oder erheblicher Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen betroffen. Insbesondere die Risikogruppen Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte sollen mit konkreten Maßnahmen unterstützt werden.

Frauen sind überdurchschnittlich oft von Armut und/oder sozialer Ausgrenzung betroffen: Sie stellen 41 Prozent der armutsgefährdeten Personen dar (Männer: 35 Prozent, Kinder: 24 Prozent). 14 Prozent der Frauen ab 20 Jahren sind armutsgefährdet. Das bedeutet, ihnen steht weniger als 1.185 Euro netto im Monat bzw. 14.217 Euro/Jahr zur Verfügung.  Davon sind 495.000 Frauen ab 20 Jahren betroffen. Alleinerzieherinnen haben ein besonders hohes Armuts-und Ausgrenzungsrisiko, besonders wenn sie nicht erwerbstätig sind (67 Prozent).

Zu den größten Risikofaktoren zählt die Langzeitarbeitslosigkeit: Rund Prozent der Langzeitarbeitslosen sind auch sozial benachteiligt. Mit der Aktion 20.000 sollen daher zusätzliche Job für Langzeitarbeitslose über 50 Jahren geschaffen werden um gegen Altersarmut vorzugehen.

Deutlich zeigt die Statistik auch, dass soziale Benachteiligung oft die Folge fehlender Ausbildung und geringer beruflicher Qualifikation ist. Das Risiko von Ausgrenzungs- und Armutsgefährdung betroffen zu sein ist für Personen, die maximal über einen Pflichtschulabschluss verfügen rund doppelt so hoch (28 Prozent) wie für AkademikerInnen (13 Prozent). Deshalb hat die Regierung mit der Qualifizierungsoffensive 30.000 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. Insbesondere mit der Ausbildungspflicht bis 18 und der Ausbildungsgarantie bis 25 Jahren stelle man sicher, dass Jugendliche gut vorbereitet in ihr Berufsleben starten.