Unverständnis und Entsetzen über US-Ausstieg aus Klima-Abkommen

Die Ankündigung von US-Präsident Trump, aus dem Pariser Klima-Abkommen auszusteigen, sorgt weltweit für Unverständnis und Entsetzen. Bundeskanzler Christian Kern bedauert diesen Schritt vor allem wegen der negativen „Vorbildwirkung“.

Es war ein historisches und enorm wichtiges Abkommen, das im Dezember 2015 in Paris beschlossen wurde: 195 Länder haben zugestimmt, die gefährliche Erderwärmung zu bremsen, um dramatische Folgen wie Dürrekatastrophen oder den Anstieg der Weltmeere zu mildern. Der Pakt ist auch deshalb so wichtig, weil sich fast alle Länder der Welt daran beteiligt haben. Jetzt hat US-Präsident Trump angekündigt, aus dem Klima-Abkommen auszusteigen – und das obwohl die USA zu den größten Klimasündern gehören. Für Kanzler Kern ist „der Ausstieg der Amerikaner aus dem Klimaschutzvertrag der Beweis dafür, dass Präsident Trump die Realität in seinem eigenen Land offenbar nicht verstanden hat“. Kern verwies hier auch auf die Bedeutung von Umwelttechnologien. 2017 wird, so Kern, das Jahr sein,

in dem Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energie auf Rekordniveau sind – Treiber dieser Entwicklung sind vor allem große amerikanische Industriegiganten. Für Kern ist aber auch klar, dass der Trend in Richtung Klimaschutz nicht zu stoppen ist. Österreich zählt in Sachen Energie und Umweltschutz zu den führenden Nationen.

„Fataler Fehler“

SPÖ-Umweltsprecher Klaus Feichtinger betonte, dass er den Ausstieg der USA aus dem Klima-Abkommen für einen „fatalen Fehler“ hält. Der US-Ausstieg macht umso mehr einen gemeinsamen Schulterschluss der Weltgemeinschaft gegen den Klimawandel notwendig. „Denn der Klimawandel ist nicht zu leugnen, auch nicht, wenn man Trump heißt“, so Feichtinger.

Ambitionierte EU-Klimapolitik als Antwort

Scharfe Kritik an Trumps Vorgehen kommt auch von Eugen Freund, außenpolitischer Sprecher der SPÖ-EU-Abgeordneten. Mit dem Ausstieg „macht Trump klar, dass Europa mit dem unberechenbaren Präsidenten auch in einer so bedeutenden Frage wie dem Kampf gegen die Erderwärmung nicht mehr rechnen kann. Die Antwort der Mitgliedstaaten auf diese Kurzsichtigkeit muss ein erneuertes Bekenntnis zu den Pariser Klimazielen sein“, sagte Freund.

Karin Kadenbach, Umweltsprecherin der SPÖ-EU-Abgeordneten, wertet den leichtfertigen Umgang Trumps mit dem Thema Klimaschutz als „erschreckend“. Im Gegensatz zum US-Präsidenten sehen die ÖsterreicherInnen den Klimawandel als akute Gefahr. „Wenn wir wollen, dass unsere Kinder auf einem gesunden Planeten leben können, müssen die EU-Mitgliedstaaten mit einer ambitionierten Klimapolitik auf die Überholspur, um die historische Verpflichtung, die Erderwärmung zu begrenzen, auch einzuhalten“, betonte Kadenbach.