Primärversorgungszentren

Primärversorgung: Weichen für die Zukunft sind gestellt

Der Nationalrat hat das Gesetz zur neuen Primärversorgung beschlossen. Es bringt eine bessere Zusammenarbeit zwischen ÄrztInnen, wohnortnahe Versorgung und längere Öffnungszeiten für PatientInnen.

Mit dem Beschluss im Parlaemnt kann das neue Gesetz sofort in Kraft treten. Bis 2020 werden 200 Millionen Euro aus Mitteln der Länder und der Sozialversicherung für die wohnortnahe und multiprofessionelle Primärversorgung zweckgewidmet.

Was sind Primärversorgungszentren?

In den Primärversorgungszentren, die künftig Erstanlaufstellen in der Gesundheitsversorgung sein werden, sollen HausärztInnen, ÄrztInnen verschiedener Fachrichtungen und VertreterInnen anderer Gesundheitsberufe etwa aus der Pflege, Physiotherapie, Psychologie oder Ernährungsberatung entweder unter einem Dach oder im engen Netzwerk zusammenarbeiten. Die Ausgestaltung der einzelnen Zentren wird dabei auf den Bedarf der jeweiligen Region abgestimmt.

Rendi-Wagner: Gesundheitssystem von morgen abgesichert

Für Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner sind die Primärversorgungszentren „eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft“, schließlich sei bekannt, dass in den nächsten Jahren bis zu 60 Prozent der AllgemeinmedizinerInnen in Pension gehen. „Ich freue mich, dass wir mit der heutigen Einigung das Gesundheitssystem von morgen absichern. Wir stellen damit die bestmögliche Gesundheitsversorgung für die Menschen sicher.“

Win-win-Situation für PatientInnen und ÄrztInnen

Die Primärversorgungszentren bringen eine gute Erreichbarkeit, längere Öffnungszeiten und umfassende Leistungen für die PatientInnen. Gleichzeitig bekommen die HausärztInnen und die Gesundheitsberufe modernere Arbeitsbedingungen, sie profitieren von der Teamarbeit, können sich besser spezialisieren und leichter vernetzen und austauschen.

Insgesamt sollen nach den Einrichtungen in Wien, Enns und Mariazell bis 2021 weitere 75 Primärversorgungseinheiten als Gesundheitszentrum in der Stadt, als Gruppenpraxis oder Versorgungsnetzwerk im ländlichen Bereich realisiert werden. „Damit wird eine weit bessere Versorgung als bisher gewährleistet“, sagt SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger.