Erfolgsprojekt „Frühe Hilfen“ wird ausgebaut

Die Finanzierung des erfolgreichen Maßnahmenpakets „Frühe Hilfen“, das jungen Familien und Alleinerziehenden frühzeitig Hilfe und Unterstützung bietet, ist bis 2021 gesichert und soll sogar ausgebaut werden.

„Frühe Hilfen“ zielt darauf ab, Belastungen von Familien und Kindern frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. FamilienbegleiterInnen stehen als konkrete Ansprechpersonen zur Verfügung. Sie helfen Betroffenen, geeignete soziale und gesundheitsbezogene Angebote zu finden und in Anspruch zu nehmen. Das Projekt ist damit ein wichtiger Pfeiler, um gesundheitliche Chancengerechtigkeit bei Kindern zu gewährleisten. „Es ist wichtig, bereits im Kindesalter mit Förderungsangeboten zu beginnen, damit später nicht die soziale Schere aufgeht“, erklärt Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. Das bestätigt auch die Evaluation des Projekts, das 2015 von Bund, Ländern und Sozialversicherung gestartet wurde.

Rendi-Wagner: „Frühe Hilfen“ wirken

„Unsere bisherigen Erfahrungen haben uns gezeigt, dass die ‚Frühen Hilfen‘ wirken“, so Rendi-Wagner. „Sie setzen genau in der wichtigen Frühphase der Entwicklung an und legen damit die Basis für eine gerechtere Zukunft für alle Kinder in Österreich“. Aus diesem Grund wird das Projekt nicht nur verlängert, sondern sogar ausgebaut. Bis 2021 werden weitere 13 Millionen Euro für regionale „Frühe-Hilfen“-Netzwerke und das Nationale Zentrum „Frühe Hilfen“ zur Verfügung stehen. Ziel ist es, bis 2021 mindestens 1.500 Familien jährlich zu erreichen. Derzeit gibt es bereits 23 regionale „Frühe-Hilfen“-Netzwerke, über die die unterschiedlichsten Einrichtungen und Angebote insbesondere des Gesundheits- und Sozialwesens und der Kinder- und Jugendhilfe zusammenlaufen. 53 Bezirke werden bereits abgedeckt, die Ausweitung auf weitere elf Bezirke ist in Vorbereitung. Das ist wichtig, denn die Evaluation des Projekts zeigt: Die Zahl der begleiteten Familien steigt stark an. Im Jahr 2016 gab es bereits 1.349 Familien (2015: 516 Familien), die von Fachkräften zu regionalen Netzwerken vermittelt wurden oder selbst Kontakt aufnahmen. Insgesamt wurden 2016 1.313 Familien durch die regionalen Netzwerke begleitet (2015: 554 Familien).  

Stöger: Soziale Nachteile frühzeitig ausgleichen

„Wer einen schlechten Start hinlegen muss, hat es oft das ganze Leben lang schwerer. Durch die ‚Frühen Hilfen‘ können viele Nachteile behoben werden. Hier greifen alle Unterstützungssysteme ineinander und sorgen dafür, dass Familien und ihre Kinder nicht ihr Leben lang auf Leistungen aus dem Sozialsystem angewiesen sind“, erklärt Sozialminister Alois Stöger. Die Analyse der bisherigen Fälle zeigt, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie am Dringendsten gebraucht wird. Rund die Hälfte aller begleiteten Familien ist armutsgefährdet. Knapp ein Drittel aller Betroffenen verfügt maximal über einen Pflichtschulabschluss. „Sozialen Nachteile werden in vielen Fällen vererbt. Genau das verhindern wir mit den ‚Frühen Hilfen‘, durch den Aufbau eines stabilen sozialen Umfelds, in dem ein erfolgreicher Abschluss der Ausbildung und der Einstieg ins Erwerbsleben erleichtert wird“, sagt Stöger.