Quote

Mit Frauenquote die gläserne Decke durchbrechen

Das Parlament hat eine 30-Prozent-Frauenquote für Aufsichtsräte in privaten Unternehmen beschlossen. Bei einer prominent besetzten Veranstaltung von SPÖ-Parlamentsklub und SPÖ-Frauen wurde vor kurzem u.a. über die Notwendigkeit und Wirkung von Quoten diskutiert.

Mit dem Beschluss der Frauenquote wird eine langjährige SPÖ-Forderung Realität. „Damit bekommt die gläserne Decke in der Privatwirtschaft endlich einen riesengroßen Sprung“, zeigte sich Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner überzeugt. Die Ministerin betonte auch, dass die Quote notwendig ist. „Tatsache ist, dass Frauen in der österreichischen Privatwirtschaft noch ein großes Karriere­hindernis haben. Und dieses Karrierehindernis heißt Geschlecht“, sagte Ministerin Rendi-Wagner.  

Strukturelle Diskriminierung wirkungsvoll bekämpfen

Die Frauenquote soll diese „strukturelle Diskriminierung“ wirkungsvoll bekämpfen und dazu beitragen, die gläserne Decke zu durchbrechen. Auch ein Blick auf ernüchternde Zahlen zeigt, dass es die Quote braucht. Denn derzeit sind lediglich 18 Prozent der Aufsichtsräte in österreichischen Privatunternehmen Frauen, in der Geschäftsführung sind es überhaupt nur sieben Prozent. „Das ist viel zu wenig, zumal wenn man bedenkt, dass die Hälfte aller Erwerbstätigen Frauen sind“, sagte die Frauenministerin. Dass die Quote wirkt, zeigen sowohl internationale Beispiele, aber auch die Erfahrung aus dem Bund. Dort gibt es bereits seit dem Jahr 2011 eine Quote für staatsnahe Unternehmen – der Frauenanteil ist seither auf 40,3 Prozent gestiegen.

Quote wirkt und nützt auch den Unternehmen

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder machte deutlich, dass Frauenquoten in der Privatwirtschaft nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit sind, sondern auch eine bessere ökonomische Performance der Unternehmen bedeuten. Dieser Befund wird nicht nur von zahlreichen Studien untermauert, sondern auch von ExpertInnen, die an der SPÖ-Enquete teilnahmen. So verwiesen Ingrid Moritz, Leiterin der AK-Frauenabteilung und Gundi Wentner, Gründungspartnerin von Deloitte Human Capital Österreich auf den positiven Einfluss von mehr Frauen in Führungspositionen auf das gesamte Unternehmen. SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek, die sich in ihrer Zeit als Frauenministerin für die Quote stark gemacht hat, gab eine Rückschau auf die Entstehung der verpflichtenden Frauenquote. Mit Blick auf die Frauenquote in Unternehmen, deren Aufsichtsräte vom Bund beschickt werden, sagte Heinisch-Hosek: „Die Quote wirkt“. SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm sprach sich als nächsten Schritt für die Verknüpfung des Frauenanteils mit der Klubförderung im Parlament aus. „Wir können nur von wirklicher Demokratie sprechen, wenn auch die Frauen entsprechend im Nationalrat vertreten sind“.

Eine Gerechtigkeitsfrage – und eine ökonomische Frage

Teilnehmerin bei der SPÖ-Enquete zum Thema Frauenquote war auch Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen im deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie berichtete über die Wirksamkeit der Frauenquoten in Deutschland und unterstrich: „Wir brauchen die Quote, um oben anzukommen – nicht, um oben zu bleiben! Denn wir beweisen dann schon, dass wir gut sind.“ Beim Thema Frauen in Führungspositionen geht es zudem nicht nur um eine Gerechtigkeitsfrage, sondern um eine ökonomische: „Noch nie gab es so viele gut ausgebildete Frauen. Unternehmen können es sich nicht leisten, auf so viel Fachkräftepotential zu verzichten.“ Zudem hat sich, so Elke Ferner, nach ersten Berichten gezeigt: „Die festen Quoten wirken!“

Ab 1.1.2018: 30-Prozent-Frauenanteil

Ab 1.1.2018 wird es nach deutschem Vorbild auch in Österreich eine 30-Prozent-Geschlechterquote für Aufsichtsräte privater Unternehmen ab 1.000 MitarbeiterInnen und börsennotierte Unternehmen geben.

Web-Tipp: Fotos von der Veranstaltung gibt es in der Flickr-Galerie der SPÖ Frauen.