Doskozil: Teurer Eurofighter ist Geschichte

Die Luftraumüberwachung wird neu ausgerichtet: Österreich wird in Zukunft seinen Luftraum durch ein leistungsfähiges, wirtschaftlich effizientes Ein-Flotten-System aus Überschallflugzeugen sichern. Der Betrieb der Eurofighter soll ab 2020 auslaufen.

"Der teure Eurofighter ist damit Geschichte", sagt Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil. Das Österreichische Bundesheer hätte alleine für die 15 Eurofighter in den nächsten 30 Jahren zwischen 4,4 und 5,1 Milliarden Euro aufwenden müssen. Mit der Umstellung auf ein neues Ein-Flottensystem lassen sich dagegen bis zu zwei Mrd. Euro einsparen. Der Umstieg auf eine Flotte aus 15 einsitzigen und drei doppelsitzigen Überschallflugzeugen mit uneingeschränkter Einsatzfähigkeit bei Tag und Nacht soll ab 2020 erfolgen. „Wer Ja sagt zur Neutralität und zur Souveränität Österreichs, muss auch Ja sagen zu modernen und leistungsfähigen Überschallflugzeugen, die rund um die Uhr einsetzbar sind“, betont Doskozil. Denn: „Ausschließlich wir – und niemand anderer – sind für die Sicherheit und die Überwachung unseres Luftraumes zuständig“, stellte der Minister klar. Gleichzeitig gelte es, die ausufernden Betriebskosten beim Eurofighter in den Griff zu bekommen und dessen enormes Kostenrisiko zu minimieren – „im Sinne des Steuerzahlers und auch im Verhältnis zu den anderen Waffengattungen im Bundesheer.“

Umstellung auf leistungsfähiges, kostengünstigeres System

Derzeit wird der österreichische Luftraum durch ein Zwei-Flotten-System überwacht: durch das Überschallflugzeug Eurofighter Typhoon der Tranche 1, der nur beschränkt einsatzfähig ist,  und durch das Unterschallflugzeug Saab 105 OE. Der Umstieg auf ein alternatives Ein-Flotten-System ist militärisch effektiver und wirtschaftlich effizienter als der ab 2020 anstehende Ersatz der Saab 105 OE und der Weiterbetrieb der Eurofighter. Das ergab der Bericht der Sonderkommission ‚Aktive Luftraumüberwachung‘.

Umstieg wird ab sofort vorbereitet

Minister Doskozil hat den Generalstab des Österreichischen Bundesheeres daher angewiesen, ab sofort alle Vorbereitungen zum Umstieg auf ein leistungsfähiges, wirtschaftlich günstigeres Ein-Flotten-System einzuleiten. „Die Debatte um die österreichische Luftraumüberwachung ist seit Jahren von den budgetären Belastungen geprägt, die mit dem Betrieb der Eurofighter verbunden sind. Militärische Überlegungen und sicherheitsrelevante Szenarien zur glaubwürdigen Wahrung unserer Neutralität und Souveränität haben bislang zu wenig Rolle gespielt“, sagt Doskozil. Nun ist beides garantiert: Das neue Konzept zur aktiven Luftraumüberwachung ist im Vergleich zur Fortführung des Status Quo kostengünstiger und militärisch effektiver. „Es spart Steuergeld und ermöglicht die Überwachung des österreichischen Luftraums bei Tag und Nacht“, stellt der Minister klar.

Pendl: Doskozil setzt Weg der Modernisierung konsequent fort

„Doskozil ist es gelungen, mit verantwortungsvollem und umsichtigem politischen Handeln die Modernisierung des Bundesheeres voranzutreiben und das Vertrauen in die Landesverteidigung zu stärken“, sagt SPÖ-Sicherheitssprecher Otto Pendl. Mit der Entscheidung für eine überschallschnelle Flotte mit uneingeschränkter Einsatzfähigkeit bei Tag und Nacht ab 2020 gehe Doskozil diesen Weg konsequent weiter. „Das ist gut für die Sicherheit unseres Land und die Brieftasche der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler“, sagt Pendl zum endgültigen Aus für die Euofighter.