Kinderbetreuung: SPÖ drängt auf weiteren Ausbau

Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner drängt die ÖVP auf eine Finanzierungszusage für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. Ende des Jahres läuft die bisherige 15a-Vereinbarung aus. Die Länder und Gemeinden brauchen jedoch Finanzierungssicherheit,  sagt Rendi-Wagner.

In den vergangenen Jahren hat es große Fortschritte beim Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen gegeben. Mit der Anstoßfinanzierung des Bundes in Höhe von 305 Mio. Euro konnten seit 2007 über 60.000 neue Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden, die Betreuungsquote bei den Unter-Drei-Jährigen hat sich verdoppelt. Bei den Drei- bis Sechsjährigen liegt diese Quote mittlerweile bei über 90 Prozent. Um das Barcelona-Ziel von 33-Prozent Betreuungsquote bei den Unter-Dreijährigen zu erreichen, fehlen aber noch etwa 18.500 Plätze, betont Rendi-Wagner.

Zweites Gratis-Kindergartenjahr muss kommen

Die Ministerin pocht außerdem auf das zweite Gratis-Kindergartenjahr, das im Regierungsprogramm vorgesehen ist. Je nach Bundesland und Einrichtung würden sich Eltern dadurch bis zu 3.000 Euro pro Jahr für ein Kind ersparen. Anfang Juni wurde der ÖVP dazu ein Gesetzesvorschlag übermittelt. Letzte Umsetzungsmöglichkeit dafür sei bei der Ausformulierung der im Finanzausgleich beschlossenen Aufgabenorientierung im Kindergartenbereich, die im September vorliegen soll.

Heinisch-Hosek für österreichweite Qualitätsstandards und Rechtsanspruch

Die SPÖ-Frauen unterstützen die Forderungen von Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner. „Der Ausbau der Kinderbetreuung muss zügig weitergehen. Wir sind noch lange nicht am Ziel“, sagt SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek. „Kinderbetreuung ist für die Kinder eine Bereicherung und für die Eltern wichtig, um Beruf und Familie zu vereinbaren.“ Wichtig sei es, in ganz Österreich die gleichen Qualitätsstandards zu schaffen. „Gerade am Land braucht es längere Öffnungszeiten und weniger Schließtage in den Ferien“, betont Heinisch-Hosek. Derzeit haben österreichweit nur 24 Prozent der Kindergärten bis 18.00 Uhr geöffnet.  „Wir lassen beim Ausbau der Kinderbetreuung nicht locker. Spätestens ab dem Jahr 2020 wollen wir einen Rechtsanspruch für alle Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr erreichen. Bis dahin gibt es noch viel zu tun“, unterstreicht Heinisch-Hosek.