Burnout, Arbeitszeitflexibilisierung, Soziales

Burnout-Studie: Stöger warnt vor 12-Stunden-Tag

Laut einer Studie im Auftrag des Sozialministeriums erhöht eine Wochenarbeitszeit von über 40 Stunden das Burnout-Risiko enorm. Für Sozialminister Alois Stöger zeigt das: „Flexibilität und Arbeitszeiten haben ihre Grenzen, nämlich da, wo sie Menschen krank machen.“

Die Studie von „Burn Aut“ und Anton-Proksch-Institut hat ergeben, dass unregelmäßige und über 40-Wochenstunden dauernde Tätigkeiten das Burnout-Risiko stark erhöhen. Besonders betroffen sind vor allem Menschen in ihren ersten und letzten Arbeitsjahren.

Sozialminister Alois Stöger nimmt diese Ergebnisse zum Anlass, einmal mehr vor einem generellen Zwölf-Stunden-Tag zu warnen: „Auch aus diesem Grund lehne ich einen generellen Zwölf-Stunden-Tag ab. Der Bericht zeigt, wie wichtig Planbarkeit und ausreichende Ruhezeiten bei der Arbeit sind. Eine Einbahnstraße bei der Flexibilisierung wird es mit mir nicht geben.“

Wichtige Rolle des ArbeitnehmerInnenschutz

Aber nicht nur die hohe Wochenarbeitszeit und häufig wechselnde Arbeitszeiten erhöhen das Burnout-Risiko stark. Auch Belastungen wie Lärm, Schmutz usw. wirken sich stark aus. „Das zeigt uns die Wichtigkeit des ArbeitnehmerInnenschutzes und von Angeboten wie zum Beispiel Fit2Work. Das sind wichtige Präventionseinrichtungen“, sagte Stöger.

Auch dem Gesundheitsmanagement im Betrieb – Ausbau gesundheitsfördernder Maßnahmen, Erhebungen der Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz – kommt eine bedeutende Rolle zu: „Viele Programme und Projekte von Gebietskrankenkassen und anderen Institutionen werden oft belächelt. Zu Unrecht: Wir sehen, es braucht nicht viel Änderung im Betrieb, um große Verbesserungen zu schaffen. Es geht mir generell um Work-Life-Balance! Ein Zwölf-Stunden-Tag und ständige Erreichbarkeit erzeugen Druck.“

Studie: Wochenarbeitszeit von mehr als 40 Stunden zeitlich begrenzen

Insgesamt sind laut der Studie etwa acht Prozent von Burnout betroffen. 19 Prozent der Befragten sind demnach dem Problemstadium, 17 Prozent dem so genannten Übergangsstadium zuzuordnen. Den Betroffenen fällt es zunehmend schwerer, sich von ihrer Arbeit zu distanzieren. Ebenso verbleibt wenig Zeit für Freizeitaktivitäten und Erholung.

In den Empfehlungen der Studie heißt, dass eine Wochenarbeitszeit von mehr als 40 Stunden nur zeitlich begrenzt möglich sein sollte, da es bei andauernder Überschreitung dieser zu einem massiven Anstieg des Burnout-Risikos komme.