Digitalisierung braucht eine soziale Agenda

Die Digitalisierung verändert unser Leben. Wie nahezu jede Veränderung, bringt sie sowohl Chancen als auch Risiken. Wir haben ein 12 Punkte-Programm für den digitalen Wandel in Bildung und Arbeitswelt erarbeitet.

„Mit der Digitalisierung gehen fundamentale Veränderungen unseres Lebens einher – privat und im Arbeitsleben, sozial und kulturell. Wir lassen uns auf diese Veränderungen ein und wollen sie unterstützen, das heißt aber auch: soziale Errungenschaft sichern und Bedingungen schaffen, unter denen alle was von der Digitalisierung haben, erklärt SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder bei der Präsentation des 12 Punkte-Programms zum digitalen Wandel.

Der SPÖ Klub im Parlament hat sich in den letzten Monaten intensiv mit den Herausforderungen der Digitalisierung befasst und bei Enqueten und in Expertengesprächen Konzepte erarbeitet. Daraus ist das 12 Punkte Programm der SPÖ für den digitalen Wandel in Bildung und Arbeitswelt entstanden. „Österreich liegt bei der Digitalisierung im OECD-Schnitt, wie wir letzte Woche aus dem Länderbericht der OECD erfahren haben. Hier gibt es Nachholbedarf, wir müssen uns an den digitalen Vorreitern wie Schweden oder Dänemark orientieren und das ist unser Ziel“, so Schieder.

Das SPÖ-Programm für den digitalen Wandel ist eine Antwort auf die drei großen Handlungsfelder, um Digitalisierung sozial zu gestalten. Es umfasst Fragen der Aus- und Weiterbildung, rechtliche Rahmenbedingungen für neue Arbeitsformen und Fragen der Finanzierung des Sozialstaats.

„Soziale Errungenschaften müssen im Zeitalter der Digitalisierung neu gedacht werden, wenn wir unsere Standards erhalten wollen. Digitalisierung gestalten, heißt auf der einen Seite technologische Innovationen voranzutreiben – etwa durch 5G, Breitbandausbau oder die Digital Roadmap – es heißt aber auch die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass alle vom digitalen Fortschritt profitieren“, sagte Schieder.

 

KONKRET FORDERT DIE SPÖ:

Bei Aus- und Weiterbildung

1. Digitale Grundkenntnisse im Lehrplan ab der Volksschule

2. Digitale Kompetenzen in der Ausbildung der PädagogInnen verankern

3. Gratis Tablets ab der 5. Schulstufe und Laptops ab der 9., sowie kostenfreier Zugang zu E-Learning Tools

4. Steigerung der jährlichen AbsolventInnen-Zahl in MINT-Fächern um 30 Prozent und Steigerung des Frauenanteil

5. Ausbildungspflicht bis 18 und Ausbildungsgarantie bis 25

6. Rechtsanspruch auf Weiterbildung und Qualifizierungsgeld

Da unsere Ausbildung immer noch sehr analog ist, müssen wir uns besser auf technologische Veränderungen vorbereiten. Die Digitalisierung muss im Klassenzimmer ankommen. In Zeiten großer Veränderungen, wenn alte Berufsbilder verschwinden und neue entstehen, nimmt Bildung eine entscheidende Rolle ein, deshalb müssen wir ArbeitnehmerInnen darauf vorbereiten und ihnen rechtzeitig Möglichkeiten zu Weiterbildung und Umschulung geben.

 

Bei neuen Arbeitsformen

  • 7. Mehr Arbeitszeit-Flexibilität muss mit mehr Zeitsouveränität für die Beschäftigten einhergehen
  • 8. Grenzen zwischen Arbeitsleben und Privatleben beachten
  • 9. Regeln für Crowdworking und Co.
  • 10. Initiative für europäische Crowdworking-Richtlinie
  • 11. Digitale Plattformen müssen mit Finanz- und Sozialbehörden kooperieren

Bislang geht die Digitalisierung stark mit prekärer Beschäftigung, wachsender Unsicherheit für ArbeitnehmerInnen und verschwimmende Grenzen zwischen Beruf und Privat einher.

„Uns geht es darum, soziale und arbeitsrechtliche Standards zu sichern, indem wir rechtliche Rahmenbedingungen schaffen“, so Schieder.

18 Prozent der ÖsterreicherInnen geben etwa an, schon einmal als Crowdworker über Plattformen gearbeitet zu haben, sie alle arbeiten in einem rechtlichen Graubereich. In der nächsten Legislaturperiode will Schieder daher ein Crowdworking Gesetz beschließen. Österreichs EU-Präsidentschaft möchte der SPÖ-Klubomann dafür nutzen, eine europäische Crowdworking-Richtlinie auf den Weg zu bringen.

 

Für die Finanzierung des Sozialsystems

  • 12. Bemessungsgrundlage verbreitern

Um das Niveau unseres Sozialstaats aufrechterhalten zu können, werden die Abgaben auf Löhne nicht ausreichen.

„Wir müssen auf andere Elemente der Wertschöpfung wie Gewinn oder Kapital zurückgreifen, um die Finanzierungsgrundlage zu verbreitern und den Faktor Arbeit zu entlasten.“

Für Schieder ist die SPÖ mit diesem Programm Vorreiter bei der Gestaltung der Digitalisierung.

„Ich kenne keine andere Partei, die sich so intensiv mit der digitalen Zukunft beschäftigt hat und Lösungen für die Absicherung unserer sozialen Standards in der Digitalisierung entwickelt hat.“

Die neue Broschüre des SPÖ-Parlamentsklubs „Arbeitswelt 4.0: Die Digitalisierung der Arbeit gestalten“ ist hier abrufbar:
https://klub.spoe.at/story/publikationen