Alarmierender Trend bei Frauenpensionen

Beim Equal Pension Day werden die Auswirkungen geringerer Frauen-Einkommen sowie der Teilzeitarbeit sichtbar: Frauen haben durchschnittlich um 40 Prozent weniger Pension als Männer.

Der Equal Pension Day markiert jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende erreicht haben werden. Dieser Tag fällt heuer österreichweit auf den 27. Juli. Anders als beim Equal Pay Day, wo seit seiner Einführung eine Aufwärtsentwicklung beobachtet werden konnte, gibt es bei den Pensionen keine Verbesserung zum Vorjahr. „Altersarmut betrifft vor allem Frauen: Im Schnitt bekommen Frauen österreichweit nur 57 Prozent der Pension, die Männer erhalten“, stellt Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner fest.

Männer können mit jährlich durchschnittlich 25.901 Euro Pension rechnen – Frauen lediglich mit 14.796 Euro. „Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich hier an den Höhen kaum etwas verbessert. In Kärnten, Salzburg und Tirol hat sich die Lücke sogar noch ein wenig weiter geöffnet. Das ist ein alarmierender Trend“, sagt die Ministerin. Zwischen den Bundesländern gibt es ebenfalls deutliche Unterschiede. So liegt der Equal Pension Day in Vorarlberg (5. Juli) mehr als eineinhalb Monate vor jenem in Wien (25. August).

Maßnahmen der SPÖ gegen Altersarmut

  • Wie im Plan A von Bundeskanzler Christian Kern vorgeschlagen soll ein Mindestlohns von 1.500 Euro festgelegt werden. Die Sozialpartner haben sich in Folge bereits darauf geeinigt, diesen bis 2020 in allen Branchen umzusetzen.
     
  • Die Bundesregierung hat mit der Einführung der Ausgleichszulage Plus in der Höhe von 1.000 Euro einen wichtigen Schritt gemacht, um Altersarmut zu vermeiden.
     
  • Lohntransparenz: „Einkommensberichte und Gehaltsangaben in Stelleninseraten sind sinnvoll und wichtig – aber alleine nicht wirksam genug“, sagt Rendi-Wagner. Vorbild für die Lohntransparenz ist etwa der Öffentliche Dienst, wo es klare und transparente Einstufungen beim Einkommen gibt.
     
  • Auch die Tatsache, dass sich Frauen immer noch hauptsächlich um die Kinderbetreuung kümmern und dafür oft Abstriche in Beruf und Karriere hinnehmen, wird später in der Pension sichtbar. Der weitere Ausbau der Kinderbetreuung hat daher absolute Priorität.
     
  • Andererseits müsse der Anreiz für Väter erhöht werden, sich gleichteilig um die Kindererziehung zu kümmern. „Hier ist der Rechtsanspruch auf den Papamonat ein wichtiger Schritt“, erinnert Rendi-Wagner an ihre Forderung.

Zum Thema gibt es auch einen Artikel im Kontrastblog

Hier geht es zur Informationsbroschüre des Frauenministeriums