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Arbeit muss sich lohnen: Volle Überstundenzuschläge auch bei Teilzeit

Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner hat erste Schwerpunkte des SPÖ-Wahlprogramms aus dem Bereich Arbeit vorgestellt. So sollen Überstunden auch bei Teilzeitarbeit voll abgegolten werden. Das soll vor allem Frauen zugutekommen – denn 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen.

Beim Bundesparteirat am 3. August wird das SPÖ-Wahlprogramm vorgestellt und beschlossen. Ein wichtiger Schwerpunkt wird das Thema Arbeit sein. Hier gerade für Frauen Verbesserungen herbeizuführen, ist Frauenministerin Rendi-Wagner ein großes Anliegen. „Arbeit muss sich lohnen – gerade auch für Frauen. Deswegen fordern wir eine faire Auszahlung von Überstunden: Alle, die mehr arbeiten, als es ihr Vertrag vorsieht, sollen auch Überstundenzuschläge in der Höhe der vollen 50 Prozent bekommen. Und wir wollen es ermöglichen, dass Frauen leichter von Teilzeit auf Vollzeit wechseln können. Hier fordern wir einen Rechtsanspruch.“

50 Prozent Überstundenzuschläge auch für Teilzeit

Von den knapp 1,1 Millionen Teilzeitbeschäftigten in Österreich sind 80 Prozent Frauen. Die Ministerin fordert, dass Überstundenzuschläge an die der Vollzeitbeschäftigten angeglichen werden. Statt einen Überstundenzuschlag von 50 Prozent bekommt man in der Teilzeitarbeit oft nur den sogenannten „Mehrarbeitszuschlag“, der nur mit 25 Prozent abgegolten wird. Diese Unterscheidung ist ungerecht und schadet überwiegend Frauen. Deshalb fordert die SPÖ Überstundenzuschläge in Höhe der vollen 50 Prozent für alle, die mehr arbeiten, als es ihr Vertrag vorsieht.

Rechtsanspruch bei Wechsel von Teil- auf Vollzeit

Zudem ist es oft schwer für Betroffene, von der Teilzeit wieder in die Vollzeit zu wechseln – das ist der Grund, warum viele Frauen, die Teilzeit arbeiten wollten, solange die Kinder klein sind, danach noch weiter in der Teilzeit bleiben, obwohl sie gern wieder Vollzeit arbeiten würden. Deshalb fordern wir: Teilzeitbeschäftigte sollen einen Rechtsanspruch auf Ausweitung ihrer Stunden haben, wenn ein entsprechender Arbeitsbedarf besteht.

Mindestlohn von 1.500 Euro steuerfrei

Mehr Frauen als Männer beziehen Niedrigstlöhne. In Österreich verdienen derzeit rund 350.000 Menschen weniger als 1.500 Euro. Davon sind zwei Drittel Frauen, die mit ein paar Euro über der Armutsgrenze bei einem Vollzeitjob ihr Leben bestreiten müssen. Ein wichtiger Punkt ist daher die Einführung des Mindestlohns von 1.500 Euro, der flächendeckend bis 2019 umgesetzt werden soll. Wichtig, dass dieser Betrag steuerfrei ist, damit das auch deutlich . Das ist eine Koalitionsbedingung.

Stöger will Recht auf die Änderung des Arbeitsausmaßes

Besonders für Frauen ist der Umstieg von Teilzeit- auf Vollzeitarbeit nach wie vor schwierig. Das liegt einerseits an fehlenden Einrichtungen für die Kinderbetreuung, andererseits daran, dass es keinen Rechtsanspruch gibt, um eine Teilzeitarbeit ausweiten zu können. „Die Arbeitszeit ist ein bestimmender Faktor für die eigenen Karrierechancen, das Gehalt und schließlich auch für den Pensionsbezug im Alter. Deshalb brauchen wir ein System, das Beschäftigten und Unternehmen mehr Flexibilität ermöglicht. Dazu gehört auch das Recht auf die Änderung des Arbeitsausmaßes, durch das insbesondere Frauen einfacher wieder in eine Vollzeitbeschäftigung wechseln können“, begrüßt Sozialminister Alois Stöger den Vorstoß von Frauenministerin Rendi-Wagner zur Schließung der Lohnschere zwischen Männern und Frauen.

Heinisch-Hosek: Lohntransparenz gefordert

SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek fordert darüber hinaus auch mehr Lohntransparenz: „Obwohl Österreich in den letzten Jahren bereits Verbesserungen umgesetzt hat, zählt es nach wie vor zu den Ländern mit einem großen geschlechtsspezifischen Einkommensunterschied. Einkommensberichte und Gehaltsangaben in Stelleninseraten sind sinnvoll und notwendig – ein Lohntransparenzgesetz ist der nächste wichtige Schritt. Jede Frau soll wissen, was ihr zusteht und von ihrem Einkommen leben können.“

Muchitsch: Gebot der Fairness gegenüber 1 Mio. ArbeitnehmerInnen

Volle Unterstützung für den Vorstoß von Frauenministerin Rendi-Wagner kommt von SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch. Volle Überstundenzuschläge sind „ein Gebot der Fairness gegenüber mehr als einer Million ArbeitnehmerInnen, die teilzeitbeschäftigt sind“.