SPÖ will volle Überstundenzuschläge für Mehrarbeit in Teilzeit

Frauenministerin Rendi-Wagner will, dass Mehrarbeit in der Teilzeit gleich entlohnt wird wie Überstunden bei Vollzeit, mit einem 50-prozentigen Zuschlag statt der bisherigen 25 Prozent. Volle Unterstützung dafür kommt von SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch.

Mehr als eine Million der insgesamt 3,7 Millionen heimischen ArbeitnehmerInnen arbeiten Teilzeit. Und es gibt große Unterschiede bei der Teilzeitquote von Männern und Frauen. Von den rund 1,7 Millionen unselbständig beschäftigten Frauen sind 860.000 in Teilzeit (48 Prozent Teilzeitquote), von den 1,9 Millionen unselbständig beschäftigten Männern arbeiten nur wenig mehr als 200.000 in Teilzeit (10,7 Prozent).

Derzeit gibt es für Mehrarbeit von Teilzeitbeschäftigten nur einen Mehrarbeitszuschlag von 25 Prozent. Die SPÖ will jetzt, dass es dafür die vollen 50 Prozent Überstundenzuschläge gibt. Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner sagt: "Arbeit ist eines unserer wichtigsten Themen, und da bin ich, vor allem was die Frauen betrifft, beim Thema Teilzeit. Wir wollen Verbesserungen im Bereich der Teilzeitbeschäftigten." Und sie spricht sich dafür aus, dass es einen Rechtsanspruch gibt, wenn Frauen sich entschließen, nach einer Teilzeit wieder mehr Stunden zu arbeiten.

SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch unterstützt den Vorstoß der Frauenministerin. "Das ist ein Gebot der Fairness gegenüber mehr als einer Million ArbeitnehmerInnen, die teilzeitbeschäftigt sind", so Muchitsch. "Sehr viele Teilzeitbeschäftigte machen regelmäßig Überstunden, dafür muss es auch eine faire Entlohnung, nämlich die vollen Überstundenzuschläge geben."

Muchitsch weist zudem darauf hin, dass es gerade bei Teilzeitbeschäftigung erfahrungsgemäß oft Probleme bei der korrekten Abrechnung und Entlohnung der tatsächlich geleisteten Arbeit gibt: "Es gibt nicht nur freiwillige Teilzeit." Deshalb seien volle Überstundenzuschläge in der Teilzeit auch aus beschäftigungspolitischer Sicht sehr wichtig.

Das sieht auch GPA-Chef Wolfgang Katzian so. "Vielleicht nicht alle, aber viele von ihnen würden lieber in Vollzeit arbeiten. Teilzeit bedeutet weniger Gehalt und damit weniger Pension." Eine der Optionen, um Altersarmut bei Frauen, die lange in Teilzeit beschäftigt waren, zu verhindern, sei die Verdoppelung des Mehrstundenzuschlags auf 50 Prozent, begrüßt Katzian den Vorstoß von Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner.

Für eine Verkäuferin mit einem Arbeitsvertrag über 20 Wochenstunden, die tatsächlich aber regelmäßig 30 Wochenstunden arbeitet, würde die Angleichung auf den Überstundenzuschlag ein Gehaltsplus von circa 17 Prozent bedeuten, erklärt Katzian: "Dieses reale Beispiel aus einer Branche, in der 63 Prozent der 400.000 Angestellten Frauen sind, beweist die Richtigkeit der Forderung eindrucksvoll."