Katastrophenhilfe: Kern will stärkere Anerkennung für Freiwilligenarbeit

Bei den schweren Unwettern in der Steiermark und Kärnten waren sie wieder als erste zur Stelle: Die freiwilligen HelferInnen. Bundeskanzler Kern fordert eine stärkere Anerkennung ihrer Leistungen, etwa durch zusätzliche Urlaubstage.

Bei einem Lokalbesuch in der Obersteiermark, wo die Schäden durch die Unwetter besonders stark sind, machte sich Bundeskanzler Christian Kern ein Bild von den Aufräumarbeiten: „Es ist herausragend, was die Retter und Helfer geleistet haben und leisten, ich bedanke mich ausdrücklich dafür.“ Er stellte klar, dass den Betroffenen rasch und unbürokratisch geholfen werden muss. Ab sofort können daher Gelder aus dem Katastrophenfonds in Anspruch genommen werden.

Drei Tage Urlaub für HelferInnen: „Das ist machbar.“

Aber auch die freiwilligen HelferInnen, die in solchen Fällen sofort zur Stelle sind, müssen eine stärkere Anerkennung für ihre wertvolle Arbeit – bei der sie oft die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen – erhalten, sagt Kern. 3,3 Millionen Menschen sind in Österreich freiwillig tätig, etwa bei der Feuerwehr oder in der Jugendarbeit. Kern fordert die Umsetzung seiner Plan A-Vorschläge zur Förderung von Freiwilligenarbeit. Dazu gehört ein Freistellungsanspruch von drei Tagen pro Jahr mit Entgeltfortzahlung für die ArbeitnehmerInnen, die im Katastrophen- und Rettungsdienst (»Blaulichtorganisationen«) im Einsatz sind. Die Kosten dafür sollen UnternehmerInnen vom Katastrophenfonds zurückerstattet werden. „Der ist gut gefüllt, das ist machbar", stellte der Kanzler klar.

Kärnten: LH-Kaiser unterstützt Forderung Kerns

Gerade Anfang dieser Woche haben wir in Kärnten eine furchtbare Naturkatastrophe miterleben müssen. Mehrere tausend Feuerwehrleute waren mehrere Tage im Einsatz, um den Menschen vor Ort zu helfen“, betont Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser. „Ihr Großteiles freiwilliges Engagement, das schlimmste Leid vor Ort zu lindern, kann man gar nicht hoch genug schätzen“, bedankt sich Kaiser. Die Forderung von Bundeskanzler Christian Kern, freiwilligen HelferInnen drei zusätzliche Urlaubstage zu gewähren, wäre nicht nur „ein Entgegenkommen für die vielen freiwilligen Helfer im Land, sondern zugleich auch ein großes Dankeschön, verbunden mit der hohen Wertschätzung für ihre unverzichtbare Arbeit. Das kann ich nur unterstreichen“, betont Kaiser. Die Forderung nach zusätzlichen Urlaubstagen für Freiwillige sei nicht umsonst bereits im Plan A des Bundeskanzlers festgeschrieben: „Weil freiwilliges Engagement aus sozialdemokratischer Sicht gefördert gehört.“

NÖ-Schnabl: Freiwilligenarbeit entlastet Landesbudgets enorm
 
SPÖ NÖ Landesparteivorsitzender und ASBÖ-Präsident Franz Schnabl betont, die freiwlligien HelferInnen seien "das Herz unserer Gesellschaft" und sie ersparen der öffentlichen Hand enormen Mitteleinsatz. "Das Feld der Feuerwehren und Rettungsorganisationen hauptberuflich zu gestalten, wäre für die Landesbudgets beinahe unmöglich", macht Schnabl deutlich. Niederösterreich gewährt seinen Bediensteten im Rettungs- oder Katastropheneinsatz bereits 64 Stunden Sonderurlaub. "Das wäre jedoch für alle ArbeitnehmerInnen eine wichtige Maßnahme und ein bedeutsamer Schritt für die Einsatzorganisationen, um mit ihren Einsatzkräften in Katastrophenfällen rasch vor Ort sein zu können", so Schanbl, der deshalb die Forderung von Bundeskanzler Christian Kern unterstützt.

Mehr dazu findet sich im Plan A von Bundeskanzler Christian Kern.

https://christian-kern.at/wp-content/uploads/sites/739/2017/08/Wahlprogramm2017_Entwurf.pdf