Fipronil, Lebensmittelsicherheit,

Fipronil: Hotline des Gesundheitsministeriums informiert unter 050/555 555

Um KonsumentInnen über mit dem Insektengift Fipronil belastete Eier zu informieren, hat das Gesundheitsministerium eine Hotline eingerichtet. In Sachen Herkunfts-Kennzeichnungspflicht von weiterverarbeiteten Eiern ist jetzt der zuständige Landwirtschaftsminister Rupprechter am Zug.

Mit Fipronil belastete Eier sind auch in Österreich in Umlauf gekommen. Von 80 gezogenen Proben, die Ende vergangener Woche an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) weitergeleitet wurden, bestätigte sich in acht Fällen der Verdacht. Bei zehn weiteren laufe noch die Abklärung. Der höchste gemessene Wert liegt bei 0,1 Milligramm pro Kilo, also um das Zehnfache weniger als der höchste Wert, der bisher in Belgien gemessen wurde. Nachgewiesen wurde das Insektengift in Eiprodukten für den Gastronomiegroßhandel mit Herkünften aus Deutschland, Niederlanden, Belgien und Polen.

Landwirtschaftsminister Rupprechter auf EU-Ebene gefordert

Damit Regelungen für verarbeitete Produkte mit Eiern, wie z.B. Nudeln oder Mayonnaise, überhaupt getroffen werden können, muss zuerst eine Änderung der EU-Vermarktungsnormen für Eier stattfinden. Derzeit gibt es keine Vorgaben, die sicherstellen, dass die Herkunft bei Flüssigei oder Eipulver gekennzeichnet ist. Dafür ist der Landwirtschaftsminister auf EU-Ebene zuständig. Bereits 2014 hat der damalige Gesundheitsminister Stöger Landwirtschaftsminister Rupprechter aufgefordert, sich bei der Europäischen Kommission für eine Herkunfts-Kennzeichnungspflicht von Eiern, die weiterverarbeitet werden, einzusetzen. „Bislang gab es dazu keine positiven Signale, umso mehr freut mich der Sinneswandel des Landwirtschaftsministers“, sagt Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. „Es ist wichtig, dass sich Rupprechter beim angekündigten EU-Agrarministerrat Anfang September dafür stark macht.“

Mehr Transparenz für KonsumentInnen

„Eine EU-weite Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten würde Behörden helfen, schneller auf Missstände reagieren zu können. Und es erhöht die Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten“, so Rendi-Wagner.

Info-Hotline für Bürgerinnen und Bürger zum Thema Fipronil

„Derzeit fühlen sich viele Menschen verunsichert. Deshalb haben wir eine Informations-Hotline eingerichtet. Unter 050/555 555 oder auf unserer Homepage können sich BürgerInnen rund um die Uhr informieren“, sagt Rendi-Wagner.

Erleichterungen für Gastronomie: Novelle zu Allergenverordnung

Neues aus dem Gesundheitsministerium gibt es auch in Sachen Allergenverordnung. Seit Mitte Dezember 2014 gilt auch in Österreich eine EU-Richtlinie, die eine strengere Lebensmittelkennzeichnung für 14 Allergene vorsieht. Jetzt soll die entsprechende Verordnung in Österreich novelliert werden. Der Entwurf ist in die Begutachtung gegangen. "Wir möchten mit den Änderungen Bürokratie für die österreichischen Gastronomen reduzieren und sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Allergiker werden durch die Änderungen weiterhin gut informiert", sagt Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. Die Erleichterungen könnten noch vor der Nationalratswahl in Kraft treten.

Die geplanten Änderungen wurden vom Ministerium gemeinsam mit der Österreichischen Arbeiterkammer und mit Wirtschaftskammer Österreich erarbeitet. In Zukunft soll die Verpflichtung zur Wiederholung von Schulungen für die mündliche Weitergabe der Allergeninformationen durch dafür geschulte Personen wegfallen. Es muss allerdings dafür Sorge getragen werden, dass die mündliche Weitergabe der Allergeninformation auf dem aktuellen Stand ist.