#GegenHassimNetz: Beratungsstelle startet

Digitalisierungs-Staatssekretärin Muna Duzdar hat eine Beratungs- und Meldestelle gegen Hasspostings und Cybermobbing initiiert, die ab 15. September startet. „Hass im Netz ist allgegenwärtig“, betont Duzdar. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie von Sozialwissenschafter Peter Filzmaier.

„Das Internet ist im Zeitalter der Digitalisierung der gesamten Gesellschaft ein Raum der demokratischen Meinungsfreiheit und das soll es auch bleiben. Wir müssen gegen negative Tendenzen ankämpfen und klar zum Ausdruck bringen, dass diese nicht gewünscht sind“, erklärt Staatssekretärin Duzdar.

Sprunghafter Anstieg von Hasspostings

Vor allem in den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Fälle sprunghaft angestiegen, die Opfer sind vor allem Jugendliche. Für die begleitende Studie wurden rund 1.200 Personen im Mai und Juni online befragt. Demnach sind 65 Prozent der Internet-Nutzer in sozialen Netzwerken aktiv. Erfahrungen mit Hasspostings haben bereits 45 Prozent gemacht. „Die These, dass sich die Umgangsformen im Internet selbst regulieren würden, halte ich mittlerweile einfach für falsifiziert. Es braucht Hilfestellungen seitens der Politik“, betont Filzmaier, Leiter der Studie.

Wir brauchen Spielregeln“

Betrieben wird die Beratungsstelle von der Anti-Rassismus-Initiative ZARA. Nach einem mehrstufigen Vergabeverfahren wurde ZARA, die auf diesem Gebiet schon reichlich Erfahrung gemacht hat, ausgewählt. Die Stelle bietet einerseits psychosoziale Beratung, klärt aber auch, ob es sich um strafrechtlich relevante Inhalte handelt, die dann gelöscht werden müssen. Dafür steht der Verein in engem Kontakt mit den Betreibern von Facebook und Youtube. Beratungen können persönlich, via E-Mail, durch online-Meldeformulare, via facebook messenger oder über einen online Chat geschehen. „Das Internet kann zur Demokratisierung des Wissens und der Welt beitragen, aber wir brauchen Spielregeln und wir müssen die digitale Kompetenz in der Gesellschaft, von der Schule bis hin zu den Pädagogen und Senioren, stärken. Die Beratungsstelle ist ein wichtiger Schritt“, sagte Staatssekretärin Muna Duzdar abschließend.

Rendi-Wagner:  Beratungsstelle bringt rasche und unbürokratische Unterstützung

 „Auch Gewalt im Internet ist Gewalt“, sagt Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner. „Betroffene wissen aber oft nicht, wie sie sich gegen Gewalt im Internet schützen oder wehren können, oder wann ein Posting strafrechtlich relevant ist. Es ist wichtig, dass es nun eine Anlaufstelle gibt, die auf Hass im Netz spezialisiert ist und den Betroffenen rasche und unbürokratische Unterstützung anbietet.“ Davon würden vor allem Frauen profitieren, sagt Rendi-Wagner: „Gerade Frauen sind häufig von Gewaltausbrüchen im Internet betroffen, vor allem von sexualisierter Gewalt.“ Das darf nicht toleriert werden, stellt die Ministerin klar.