Neue Lehrlingsumfrage untermauert SPÖ-Forderungen

Der Gratis-Führerschein für Lehrlinge, Gratis-Internat und bessere betriebliche Rahmenbedingungen für Lehrlinge müssen Realität werden.

Laut ÖGB-Umfrage bezahlen sich 40 Prozent der Lehrlinge ihre Internatskosten selber, 27 Prozent in Gastronomie und Tourismus leisten unbezahlte Überstunden und 31 Prozent der Lehrlinge wollen nach Abschluss der Ausbildung nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten. Für Sozialminister Alois Stöger sind die Ergebnisse der Lehrlingsumfrage eine weitere Bestätigung für die Dringlichkeit der SPÖ-Forderungen.

Finanzielle Entlastung für Lehrlinge

Die Internatskosten sollen nicht am Lehrling hängen bleiben, verleiht Stöger der Forderung nach einem Gratis-Internat Nachdruck. In Zukunft sollen die Betriebe die Internatskosten vorstrecken, die sie sich dann über eine öffentliche Förderung bei den Lehrlingsstellen zurückholen können. Weil von Arbeitssuchenden immer mehr Mobilität gefordert wird, beharrt Stöger außerdem darauf, den Gratis-Führerschein für Lehrlinge einzuführen. Ab dem zweiten Lehrjahr sollen Lehrlinge außerdem mindestens 700 Euro Lehrlingsentschädigung bekommen.

Qualitätskriterien für Betriebe

Ein Drittel der Lehrlinge gibt an, häufig ausbildungsfremde Aktivitäten zu verrichten, jeder fünfte Lehrling bekommt keine Unterstützung bei der Lehrabschlussprüfung. Weiterbildungsmaßnahmen für AusbildnerInnen sollen künftig verpflichtend sein – alle zwei Jahre. Kontinuierliche Besprechung der Ausbildungsinhalte im Betrieb und ausreichende Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung müssen Pflicht sein. Unerlaubte und unfreiwillige Überstunden müssen ein Ende haben und sanktioniert werden.

Die Forderungen aus dem Plan A auf einen Blick:

  • Lehrlinge sollen in Zukunft den Führerschein gratis machen können – um flexible und mobile ArbeitnehmerInnen zu werden
  • Fördertopf für nicht-traditionelle Studierende an Fachhochschulen – damit auch Lehrlinge die Möglichkeit haben, facheinschlägige Studien zu absolvieren
  • Kein Sitzenbleiben in der Berufsschule mehr – „Nicht Genügend“ kann zu einem späteren Zeitpunkt ausgebessert werden, um so im Rhythmus der Lehrzeit zu bleiben
  • Internatskosten dürfen nicht mehr an Lehrlingen hängen bleiben
  • Mindestens 700 Euro Lehrlingsentschädigung ab dem zweiten Lehrjahr
  • Qualitätskriterien für Betriebe
  • Lehrabschlussprüfung 4.0 – einheitliche Standards bei PrüferInnen und Prüfaufgaben

Hier geht’s zum Kapitel Lehre im Plan A.