OECD-Bildungsstudie: Wir müssen alle Potentiale nutzen

Die ÖsterreicherInnen sind überdurchschnittlich gut gebildet, die heimische Berufsbildung zählt zu den besten der Welt, aber die Bildungsvererbung ist in Österreich noch immer hoch – das sind die wichtigsten Resultate der aktuellen OECD-Bildungsstudie „Education at a Glance 2017“.

Auch in diesem Jahr liefert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wieder topaktuelle und wichtige Daten zum Bildungsbereich. Schon zum 26. Mal hat die OECD im Rahmen ihrer Studie „Bildung auf einen Blick“ die Bildungssysteme aller 35 OECD-Länder und von 8 Partnerstaaten durchleuchtet. Zentrales Ergebnis der Analyse: Bildung zahlt sich aus – und das sowohl für den Einzelnen (bessere Chancen am Arbeitsmarkt, höheres Einkommen), als auch für den Staat, der von höheren staatlichen Erträgen profitiert. Hier die wichtigsten Resultate der OECD-Bildungsstudie:

  • ÖsterreicherInnen im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gut gebildet

Nur 15 Prozent haben höchstens Pflichtschulabschluss (OECD-Schnitt: 22 Prozent). Das ist auch deshalb so wichtig, weil hohe Bildung ein wichtiger Schutz gegen Arbeitslosigkeit ist.

  • Höhere Bildung führt zu besseren Chancen am Arbeitsmarkt und besseren Einkommen

Die Arbeitslosenquote von Personen mit tertiärer Bildung (Uni-Abschluss etc.) liegt bei 4,2 Prozent – bei Personen mit Sekundar 1-Abschluss (AHS-Unterstufe, Hauptschule/Neue Mittelschule) beträgt die Arbeitslosenquote hingegen 18,3 Prozent. Umso wichtiger ist daher eine gute und chancengerechte Bildung und Ausbildung. Mit der „Ausbildung bis 18“ wurde hier bereits ein entscheidender Schritt gesetzt, um dafür zu sorgen, dass Jugendliche alle Möglichkeiten haben, Zugang zu qualitativer Bildung zu bekommen.

  • Hohe Bildungsvererbung: Alle Talente nutzen, Ganztagsschulen weiter ausbauen, Chancengerechtigkeit herstellen

Bildung wird – wie die aktuelle OECD-Studie zeigt – noch immer in hohem Ausmaß vererbt. Für Bildungsministerin Sonja Hammerschmid ist dieser Befund ein Alarmsignal, das „Maßnahmen erfordert, die so schnell wie möglich greifen“. Ziel ist es dabei, Chancengerechtigkeit für alle Kinder herzustellen – und das unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Bildungsgrad der Eltern. Von zentraler Bedeutung in Sachen Chancengerechtigkeit ist die von der SPÖ geforderte Qualitätsoffensive an Schulen, die 5.000 zusätzliche LehrerInnen vorsieht. Genauso wichtig ist der bereits beschlossene Ausbau der Ganztagsschulen, für den 750 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Dazu Ministerin Hammerschmid: „Um wirklich sicher zu gehen, dass alle Kinder gleichermaßen von einer ganztägigen Betreuung profitieren, müssen wir die Ganztagsschule in Zukunft aber gratis anbieten können“.

  • Erfolgreiche Berufsbildung

Österreich gehört im Berufsbildungsbereich zu den besten Ländern der Welt. Damit das so bleibt, muss sich das Bildungssystem weiterentwickeln – wichtig sind hier u.a. auch die im Plan A geforderten Maßnahmen zur Stärkung der Lehre.

SPÖ-Bildungssprecherin Grossmann: Bildungshürden abbauen

Auch SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann unterstreicht mit Blick auf die Ergebnisse der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ die Forderung nach zusätzlichen LehrerInnen und nach kostenlosen Ganztagsschulplätzen. In kaum einem anderen Land werde Bildung so vererbt wie in Österreich – d.h., Bildungschancen sind nach wie vor sehr stark von der Herkunft geprägt. „Wir müssen die Hürden für gute Bildung deshalb abbauen – etwa durch kostenlose Ganztagsschulplätze, damit alle Kinder diese pädagogisch sinnvolle Schulform besuchen können, ohne dass sich Eltern um die Kosten sorgen müssen“, sagt Grossmann.