Alle Frauen sollen vom Aufschwung profitieren!

SPÖ- und FSG-Frauen präsentierten eine Umfrage rund um das Thema Frauen und Arbeit. Ergebnis: Viel wurde erreicht, etwa beim Gewaltschutz. Aber fast 40 Prozent sind mit dem Einkommen und den Aufstiegsmöglichkeiten nicht zufrieden.

SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek, die Frauenvorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen Stadträtin Renate Brauner und die Frauenvorsitzende der FSG im ÖGB Ilse Fetik wissen, worum es bei der kommenden Nationalratswahl für die Frauen geht: „Um alles“, wie Brauner betont.  „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass unsere Maßnahmen zu greifen beginnen, aber dass noch einiges zu tun ist“, sagt Heinisch-Hosek. Es geht bergauf in Österreich. Es gibt mehr Arbeitsplätze und mehr Wirtschaftswachstum. Aber die Frauen profitieren noch nicht wirklich davon.

Mitte März haben SPÖ- und FSG-Frauen österreichweit im Rahmen ihrer Halbjahreskampagne „Plan A für die Frauen: Wir machen Zukunft“ eine informelle Umfrage unter ÖsterreicherInnen gestartet. Bis Anfang September wurden bei Hausbesuchen und Straßenaktionen sowie in Betrieben und online 5.341 Frauen und Männer befragt. „In einigen Bereichen haben wir bereits viel erreicht: Bessere Vereinbarkeit im Beruf, Qualifizierung zum beruflichen Aufstieg, fairere Entlohnung, wirksamer Gewaltschutz und der Kampf gegen die gläserne Decke“, so Brauner. Das spiegelt sich in den Umfrageergebnissen wider.

Einhellige Zustimmung zu Mindestlohn von 1.500 Euro

Befragt aber nach dem Einkommen und den Aufstiegsmöglichkeiten, zeigt sich: 39 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Bei den Aufstiegsmöglichkeiten sind 55 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden. „Die Studie zeigt, dass fast 50 Prozent der Menschen – darunter hauptsächlich Frauen – mit dem Einkommen nicht auskommen. Deshalb ist die Forderung nach 1.500 Euro steuerfreiem Mindestgehalt eine ganz wichtige“, betonte Fetik. Der Mindestlohn von 1.500 Euro hat eine besonders hohe Zustimmung – 92 Prozent der Befragten unterstützen diese Forderung. „Das hilft vor allem Frauen. Denn, weit mehr als 200.000 Frauen verdienen derzeit weniger als 1.500 Euro bei Vollzeitarbeit. Und wir wollen nun den nächsten Schritt gehen: 1.500 Euro Einkommen soll steuerfrei sein“, so Heinisch-Hosek.

Für Lohntransparenzgesetz

Außerdem spricht sich die SPÖ für ein Lohntransparenzgesetz aus. 88 Prozent der Befragten stimmen zu, dass Lohntransparenz ein gutes Mittel ist, um die Einkommensschere zu verringern. 80 Prozent der Befragten sind außerdem überzeugt davon, dass eine Quote in Aufsichtsräten wirkt. „Wir müssen ein Klima in den Betrieben schaffen, dass Frauen sich weiterentwickeln können“, so Fetik. Die SPÖ fordert daher eine 40-Prozent-Quote für Frauen in Aufsichtsräten privater Unternehmen sowie eine Quote für Leitungsfunktionen. „Unser Ziel ist klar: Es braucht mehr Frauen in Führungspositionen“, sagte Fetik.

78 Prozent für Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungsplatz

Auch die SPÖ-Forderungen nach einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungs- und Bildungsplatz ab dem 1. Lebensjahr findet breite Unterstützung. 78 Prozent der Befragten sind dafür. Dass diese Forderungen keine Träumereien seien, zeige das Beispiel Wien, sagte Brauner: Gratis-Kindergarten, niedrigster Gender-Pay-Gap, niedrigste Frauen-Teilzeitquote, höchste Frauen-Erwerbsquote oder die punktgenauen Qualifizierungsmaßnahmen durch den Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds.

„Die Menschen haben genug von Ungerechtigkeiten im Arbeitsleben“, so Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner angesichts der Ergebnisse der Umfrage: „Auch mir geht schön langsam die Geduld aus: Gleichstellung darf nicht beim Gehaltszettel aufhören. Wir brauchen ein Lohntransparenzgesetz und den vollen Überstundenzuschlag für Teilzeitbeschäftigte – und zwar rasch.“

Service: Die Ergebnisse der Umfrage finden sich auf der Website der SPÖ-Frauen