Rendi-Wagner baut Gewaltschutz weiter aus

Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner will den Umgang mit Gewalt gegen Frauen in der Ausbildung von Gesundheitspersonal verankern.

„Einer der Gründe, warum Frauen so lange in Gewaltbeziehungen bleiben, ist, weil sie oft nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen“, sagt die Gesundheits- und Frauenministerin. Sie will deshalb mit einem neuen Gewaltschutz-Projekt den Umgang mit Gewalt gegen Frauen in der Ausbildung von Gesundheitspersonal verankern. Denn: Spitäler und Arztpraxen sind oft die erste Anlaufstelle für Frauen, die Gewalt erleben. „Ärzte und Ärztinnen, Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen kommen häufig in Kontakt mit Frauen, die blaue Flecken oder gebrochene Rippen aufweisen – aber nicht immer wird erkannt, dass die betroffene Frau ein Opfer von häuslicher Gewalt geworden ist. Und selbst, wenn das erkannt wird, ist das Gesundheitspersonal oft mit der Frage überfordert, was der betroffenen Frau geraten werden soll“, sagt Rendi-Wagner.

Gesundheitspersonal sensibilisieren und schulen

Das Projekt „Häusliche und sexualisierte Gewalt als Thema im Gesundheitswesen“ setzt genau hier an. Im Auftrag des Gesundheits- und Frauenministeriums wurden spezielle Lehrinhalte für Universitäten und Fachhochschulen entwickelt, um das Gesundheitspersonal schon während der Ausbildung für das Thema „Gewaltschutz“ zu sensibilisieren. Dabei geht es unter anderem um Gewalterkennung, professionelle Hilfestellungen und den Umgang mit Aggression und Gewalt im Arbeitsbereich.

Heinisch-Hosek: Fünf Mio. Euro mehr für Gewaltschutz

„Wer Gewalt erleidet, braucht rasche Hilfe. Viele Frauen scheuen sich davor, über die Gewalt, die ihnen von Partnern, Verwandten oder Bekannten angetan wird, zu reden“, gerade deshalb ist es wichtig, Gesundheitspersonal zu sensibilisieren und zu schulen, sagt SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek. „Wir haben in Österreich ein dichtes Netz an Gewaltschutzeinrichtungen. Es muss weiter laufend in die Sicherheit investiert werden. 5 Million Euro müssen zusätzlich für den Gewaltschutz bereitgestellt werden“, so die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende. Hochrisikoopfer müssen besser geschützt werden, indem die MARAC-Konferenzen (Zusammenarbeit zwischen Polizei und Gewaltschutzeinrichtungen sowie weiteren Einrichtungen, die mit den Opfern befasst sind) auf ganz Österreich ausgerollt werden. Außerdem muss die Gewaltprävention dringend ausgebaut werden – „auch indem wir opferschutzzentrierte Täterarbeit forcieren“, so Heinisch-Hosek.

Frauenhelpline immer erreichbar

 „Jede Frau soll wissen, wo sie sich im Notfall hinwenden kann. Rund um die Uhr ist die Frauenhelpline 0800 222 555 zu erreichen. Gewaltschutzzentren gibt es in jedem Bundesland. Es gibt einen Weg aus der Gewalt“, betont Heinisch-Hosek.