Aktion 20.000 als Erfolgsmodell im Kampf gegen Altersarbeitslosigkeit

Internationale Fachkonferenz „Back to work, now!“ Die steigende Arbeitslosigkeit in der Generation 50+ stellt ganz Europa vor neue Herausforderungen. Österreich hat bereits reagiert und gilt als Vorbild.

Mit der Integration älterer Arbeitsloser am Arbeitsmarkt beschäftigt sich die hochkarätige internationale Fachkonferenz „Back to work, now!“. Sozialminister Alois Stöger betonte in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Rania Antonopoulos, der griechischen Vizeministerin für Arbeit, Nicolas Schmit, dem Minister für Arbeit in Luxemburg und Irene Wennemo, der schwedischen Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, dass die sinkenden Arbeitslosenzahlen zeigen, wie man mit politischen Mitteln das Thema Arbeitslosigkeit erfolgreich angehen kann.

„Arbeitsplätze nicht zum Preis von Billiglöhnen schaffen.“

Bei einem Arbeitsbesuch im Frühjahr in Österreich wurde Schmit die Aktion 20.000 vorgestellt. „In Luxemburg zurück habe ich gesagt: Das ist es! Wir müssen die normalen Wege in der Arbeitsmarktpolitik verlassen, um diesen Menschen wieder eine neue Chance zu geben – noch dazu mit gesellschaftlichem Mehrwert“, erklärte Schmit. Genau wie Österreich arbeitet auch Luxemburg aktuell an einem von der Aktion 20.000 inspirierten Modell zur Schaffung neuer Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor. „Es ist wichtig, darauf zu achten, Arbeitsplätze nicht zum Preis von Billiglöhnen zu schaffen. Initiativen wie die Aktion 20.000 garantieren Menschen echte Löhne und tragen damit zur Vermeidung von Altersarmut bei. Gleichzeitig ist es sinnvoller in Arbeitsplätze zu investieren als Menschen Arbeitslosengeld zu zahlen.“

„Die Aktion 20.000 ist zweifelsfrei ein Vorbild für andere Staaten.“

Die Vizeministerin für Arbeit aus Griechenland, Rania Antonopoulos, sagt dass man in Zeiten der Globalisierung und des wirtschaftlichen Wandels „ständig neue Ideen und Wege finden muss, um sich an neue Gegebenheiten anzupassen und gegen Arbeitslosigkeit vorzugehen. Gerade bei jenen Gruppen ist das notwendig, die am Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind und kaum Zugang dazu haben. Wir sind es Älteren schuldig, kreative Initiativen zu setzen, um auch ihnen eine echte Zukunft zu geben. Die Aktion 20.000 ist zweifelsfrei ein Vorbild für andere Staaten.“

Irene Wennemo, Staatssekretärin im Ministerium für Beschäftigung und Integration in Schweden, weist auf den wichtigen Grundsatz hin, sich ständig weiterzubilden. „In die Zukunft zu gehen bedeutet, sich als Gesellschaft auf neue Umstände anzupassen. Wir müssen sicherstellen, dass Menschen die Möglichkeit haben, sich Weiterzubilden und lebenslanges Lernen gesellschaftlich akzeptiert ist.“

Bestmögliche Arbeitsplätze für über 50-jährige

Im Rahmen der Konferenz entwickeln die insgesamt 150 TeilnehmerInnen einen Katalog von Erfolgsrezepten, wie für langzeitarbeitslose Menschen über 50 bestmöglich Arbeitsplätze geschaffen werden können. Die Aktion 20.000 läuft seit 1. Juli 2017 als Pilotprojekt in verschiedenen Regionen und soll mit Neujahr auf ganz Österreich ausgerollt werden. Vorgesehen ist, mit bis zu 778 Mio. Euro bis 30. Juni 2019 die Schaffung von Arbeitsplätzen für über 50-Jährige Langzeitarbeitslose zu fördern.