SPÖ-Kritik an ÖVP-Nein zu zusätzlichen LehrerInnen

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid stellt unmissverständlich klar: „Die SPÖ bleibt an der Forderung nach 5.000 zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrern dran. Das ist Teil unserer Koalitionsbedingungen.“

Am Rande der LandesbildungsreferentInnenkonferenz in Vorarlberg hat Bildungsministerin Sonja Hammerschmid heute starke Kritik am ÖVP-Nein zu zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrern geübt. „Leider haben wir heute aus den Bundesländern mit ÖVP-Mehrheit keine Zustimmung zu unserer Forderung nach 5.000 zusätzlichen LehrerInnen für Brennpunktschulen bekommen“, so Hammerschmid. „Es geht auch um eine rasche Entlastung unserer Lehrerinnen und Lehrer, die jeden Tag einen großartigen Job machen.“

Auch SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann schließt sich der Kritik an. Es sei völlig unverständlich, wie sich die ÖVP-LandesbildungsreferentInnen dagegenstellen können, dass Schulen mit besonderen Herausforderungen zusätzliches Lehrpersonal bekommen. „Offensichtlich geht es nur darum, einen SPÖ-Vorschlag abzulehnen. Das ist übler Wahlkampf auf dem Rücken der Kinder“, kritisiert Grossmann. Kurz spreche in seinem Wahlprogramm vollmundig an, dass „benachteiligte Kinder besser unterstützt“ werden sollen.

Qualitätsoffensive für unsere Schulen

Die letzten PISA- und BIST-Ergebnisse zeigen ganz klar, dass in puncto Chancengerechtigkeit dringend Nachholbedarf im österreichischen Schulsystem besteht. Jene SchülerInnen, die Hilfe beim Lernen brauchen, bekommen nicht die notwendige Unterstützung. Wir dürfen nicht zulassen, dass Kinder einfach so zurückgelassen werden.

Ausbau der Ganztagsschule

Weiteres Thema der LandesbildungsreferentInnenkonferenz war die Finanzierung der Ganztagsschulen. Mit Inkrafttreten des Bildungsinvestitionsgesetzes am 1. September 2017 stehen insgesamt 750 Millionen Euro zum Ausbau ganztägiger Schulformen zur Verfügung. Kritik daran, dass bis zum Schuljahr 2018/19 nur die verschränkte Form der Ganztagsschule gefördert wird, begegnete Bildungsministerin Hammerschmid mit einem Hinweis auf die noch bestehenden 15a-Verträge. „Mit dem Fokus auf die verschränkte Form verhindern wir Doppelförderungen.“ Hammerschmid betonte auch, dass sie die Sorgen der Länder in Bezug auf die weitere Finanzierung der Ganztagsschulen nach Auslaufen des Gesetzes 2025 ernstnehme: „Ich kann die Bedenken nachvollziehen und werde mich definitiv für eine langfristige Finanzierung stark machen.“

 „Viele Betroffene schämen sich, eine Ermäßigung zu beantragen.“ Damit werden aber genau jene Familien nicht erreicht, die am meisten von der Ganztagsschule profitieren würden. „Die Ganztagsschule gratis und für alle anzubieten, bleibt daher eines meiner Hauptanliegen“, unterstreicht Hammerschmid die Bedeutung der Gratis-Ganztagsschule.