Psychotherapie auf Krankenschein wird ausgebaut

Wer psychisch krank ist, soll die beste Versorgung bekommen – und zwar kostenlos, sagt Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. Bis 2019 werden daher um ein Viertel mehr Plätze für Psychotherapie auf Krankenschein bereitstehen.

Am Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober wird weltweit auf die Bedeutung der psychischen Gesundheit aufmerksam gemacht. „Wir müssen psychische Erkrankungen genauso ernst nehmen, wie jede andere Erkrankung“, betont die Gesundheitsministerin.

Anfang des Jahres hat die Regierung den Hauptverband der Sozialversicherungen beauftragt, ein Konzept zum Ausbau der Psychischen Versorgung zu erarbeiten. „Wer psychisch krank ist, soll die beste Versorgung bekommen und zwar kostenlos – bei körperlichen Erkrankungen ist das ja auch der Fall", so Rendi-Wagner. Das Konzept sieht konkret vor, dass die Zahl der Therapieplätze von rund 65.000 Plätzen pro Jahr auf mehr als 78.000 im Jahr 2019 gesteigert wird.

Psychische Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessern

Zusätzlich laufen Arbeiten, um die psychische Versorgung von Kindern-und Jugendlichen zu verbessern: Bis 2019 sollen rund 3.500 Therapieplätze für Kinder- und Jugendliche in multiprofessionellen Einrichtungen entstehen, wo diese ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend betreut werden können. Das kann von Psychotherapie über Ergotherapie und Logopädie bis hin zur Kinder- und Jugendpsychiatrie reichen.

Die Förderung der psychosozialen Gesundheit ist eines der zehn Österreichischen Gesundheitsziele. In einer Arbeitsgruppe, in der das Gesundheitsministerium und über 40 Organisationen und Institutionen vertreten sind, wurden Ziele und Maßnahmen zur Förderung der psychosozialen Gesundheit erarbeitet, etwa in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und Entstigmatisierung.

Psychische Erkrankungen sind nicht selten, sondern betreffen über die Lebenszeit hinweg rund ein Drittel der Menschen. In Österreich sind rund 900.000 Personen wegen psychischer Leiden in Behandlung.