Brunner: Pilz muss Verantwortung übernehmen

Von Einsicht keine Spur mehr: Anstatt die Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen, stilisiert sich Pilz als Opfer einer Kampagne. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Brunner sieht darin eine „klassische Täter-Opfer-Umkehr“.

Andrea Brunner, interimistische SPÖ-Bundesgeschäftsführerin und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin, kritisiert das Verhalten von Parteigründer Peter Pilz als „unerträglich“. Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Pilz sah es so aus, als würde dieser Verantwortung übernehmen und sein Mandat zurücklegen. Jetzt stilisiert sich Pilz stattdessen als Opfer einer politisch motivierten Kampagne gegen ihn. „Was hier passiert, ist eine klassische Täter-Opfer-Umkehr. Das dürfen wir nicht zulassen. Frauen dürfen kein zweites Mal zu Opfern gemacht werden“, stellt Brunner klar.

Gleichbehandlungsanwaltschaft wichtige Einrichtung

Darüber hinaus ist es „nicht akzeptabel“, wenn die Gleichbehandlungsanwaltschaft, an die sich auch die Ex-Mitarbeiterin von Pilz gewandt hatte, nun in ein schlechtes Licht gerückt wird. So kritisiert Pilz, dass er keine Akteneinsicht bekommen hat. „Frauen müssen sich auf den Schutz des Staates verlassen können, wenn sie Diskriminierung und sexuelle Belästigung erfahren. Der Opferschutz muss immer an erster Stelle stehen“, betont Brunner.

Heinisch-Hosek: Der Schutz von Frauen hat oberste Priorität

Auch SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek stellt klar: „Der Schutz von Frauen hat oberste Priorität. Ich stelle mich ganz klar auf die Seite von betroffenen Frauen, die Unterstützung suchen. Institutionen wie die Gleichbehandlungsanwaltschaft, an die sich Betroffene im Fall von Diskriminierung in der Arbeitswelt wenden können, müssen gestärkt werden.“ Die Einrichtung gewährt Betroffenen kostenlose, vertrauliche und rechtliche Beratung. Auch die Frauenhelpline 0800 222 555 ist rund um die Uhr erreichbar. „Frauen müssen wissen, wo sie sich hinwenden können. Wir wollen ihnen Mut machen und sie unterstützen“, sagt Heinisch-Hosek.