Bildungsreformpaket weiter umsetzen

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid warnt die Koalitionsverhandler von ÖVP und FPÖ vor dem Einlegen des "Rückwärtsgangs" bei der Schulautonomie: „Das Bildungsreformpaket muss ins Leben kommen."

Die gesetzlichen Rahmen sind geschaffen – die Umsetzung steht aber noch an. Mit dem Schuljahr 2017/18 sind erste Maßnahmen der vor dem Sommer beschlossenen Bildungsreform in Kraft getreten. Zentrale Punkte wie der Zusammenschluss von Schulen in Clustern oder die Möglichkeit zur Bildung flexibler Gruppengrößen sollen ab dem nächsten Schuljahr gelten. "Selbstorganisation ist das Gebot der Stunde", sagt Hammerschmid. "Dass die Koalitionsverhandler das durchaus nicht so sehen wie ich, zeichnet sich schon ab." 

Schulautonomie ermöglicht „virtuellen Klassen“

Derzeit wird der Ausbau der Schulautonomie anhand von Pilotprojekten an Schulen erprobt, die schon seit längerem von bestehenden Freiräumen Gebrauch machen. An der HTL Mössingerstraße in Klagenfurt hat man etwa "virtuelle Klassen" geschaffen. Dafür werden Schüler aus verschiedenen Abteilungen und unterschiedlichen Jahrgängen temporär je nach Interessenlage in einer Gruppe zusammengefasst. Die Zuordnung zu den Stammklassen bleibt dabei erhalten. In den "virtuellen Klassen" steht dann oft Projektunterricht unter Einbindung der Wirtschaft auf dem Programm.

Nicht beim Bildungsbudget sparen

Hammerschmid mahnt auch die Schließung der schon traditionellen "strukturellen Lücke" im Bildungsbudget ein. Für heuer macht diese noch 65 Mio. Euro aus, im nächsten Jahr fehlten rund 600 Mio. Euro. Dabei geht es im Wesentlichen um Lehrergehälter, die insgesamt etwa 80 Prozent des Budgets ausmachen. "Hier Einschnitte zu setzen, wäre ein falsches Signal." Vielmehr muss man darüber hinaus noch zusätzliches Geld etwa für Tablets zur Verfügung stellen, sagt die Bildungsministerin.