Industrie 4.0: Bildung ist Schlüsselfaktor

Die „Industrie 4.0“  bietet viel Potenzial – für die heimische Wirtschaft und ArbeitnehmerInnen. Für die erfolgreiche industrielle Digitalisierung muss der Fokus auf Bildungsmaßnahmen gesetzt werden, appelliert Minister Leichtfried an die künftige Regierung. 

Österreich ist ein Industrieland: Knapp ein Viertel der jährlichen Wertschöpfung wird von produzierenden Unternehmen erwirtschaftet. Außerdem ist Österreich ein Technologieland, das 3,14 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung investiert. Diese beiden Faktoren bringen, wenn man von der Umstellung auf Industrie 4.0 spricht, enorme Vorteile für den heimischen Wirtschaftsstandort. Österreich fit für die digitale Zukunft zu machen, ist dabei eine Herausforderung, der sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam stellen müssen.

Arbeitskräfte auf die Industrie 4.0 vorbereiten

Bundesminister Jörg Leichtfried betont den Schlüsselfaktor Bildung. Besonders dem Aus- und Weiterbildungsbereich kommt eine zentrale Rolle zu, um neuen Kompetenzanforderungen besser zu begegnen. „Beim Schritt in die Industrie 4.0 werden alte Jobs wegfallen und es werden neue dazukommen“, macht Leichtfried deutlich. „Wir müssen unsere Arbeitskräfte auf die Industrie 4.0 vorbereiten. Das ist der Auftrag an die neue schwarz-blaue Regierung. Sie muss dafür sorgen, dass unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht unter die Räder kommen. Daran werden wir sie messen“, betonte Leichtfried bei einer Pressekonferenz.

Ausbildung als „Schutzimpfung“

Das bestätigt auch ein durch die Plattform „Industrie 4.0 Österreich“ präsentiertes Ergebnispapier, das von Expertinnen erarbeitet wurde. Der industrielle Wandel bedarf einer Qualifizierungsoffensive. Und die Weichen müssen rasch gestellt werden. Ziel der neuen Regierung muss ein zukunftsweisender Ansatz für lebenslanges Lernen sein. Eine ExpertInnengruppe der Plattform „Industrie 4.0 Österreich“ hat dazu 81 Empfehlungen erarbeitet. Diese betreffen Schulen ebenso wie berufliche Erst- und Weiterbildung, dabei geht es u.a. um die Kombination alter und neuer Lerninhalte – Stichwort digitale Kompetenz – sowie Flexibilisierung der Lernorte und modulartige Aus-und Weiterbildungsangebote. Für AK-Präsident Rudolf Kaske wirkt eine gute Ausbildung wie eine „Schutzimpfung“, die hilft, Veränderungsprozesse wie den digitalen Wandel zu bewältigen. Dabei müssen alle ArbeitnehmerInnen mitgenommen werden.