Bruno Kreisky

Kern will Partei in Tradition Kreiskys öffnen

Die SPÖ zu öffnen und ein großes gesellschaftliches Bündnis zu schließen, um gemeinsam die Verhältnisse zu ändern: Das hat SPÖ-Vorsitzender Christian Kern in seiner Festrede anlässlich Bruno Kreiskys 107. Geburtstag angekündigt.

Bruno Kreisky wäre am 22. Jänner 107 Jahre alt geworden. Die Sozialdemokratie hat dieses Jubiläum zum Anlass genommen, um in einem Festakt an die großartigen Errungenschaften des Jahrhundertpolitikers und Reformers zu erinnern, durch den Österreich sozialer, gerechter und moderner wurde. Im Bruno Kreisky Forum hat SPÖ-Chef Kern in einem Festvortrag unter dem Motto „Der Mut zum Unvollendeten“ Kreisky und sein Wirken gewürdigt.

Kreiskys Bekenntnis zum Neuen

Denn in Kreiskys Denken und Wollen spielte – wie er es selbst formulierte – „Der Mut zum Unvollendeten“ eine große Rolle. Das hatte nichts mit Zögerlichkeit oder Halbherzigkeit zu tun, sondern bedeutete, dass Ideologien und gesellschaftliche Strukturen für ihn kein in sich geschlossenes endgültiges System waren. Es war ein Bekenntnis zum Neuen, zur schrittweisen Reform. Und es war eine Abgrenzung gegenüber dogmatischen oder gar totalitären Positionen. Jedes politische und gesellschaftliche System ist unvollendet, stand für Kreisky fest.

Kern will Sozialabbau durch Regierung verhindern

Für SPÖ-Chef Christian Kern muss sich die SPÖ in ihrer neuen Oppositionsrolle wieder mehr öffnen: „Kreisky hat einmal gesagt: ‚Parteien sind wie Austern, sie schließen sich nach außen ab.‘ Wir müssen damit brechen und ein großes gesellschaftliches Bündnis schließen.“ Die Aufgaben der SPÖ in der Opposition seien Kontrolle, Kritik an den Regierungsvorhaben und die Formulierung eines Gegenentwurfs, erklärte Kern. Er halte den Satz, man solle die ÖVP-FPÖ-Regierung an ihren Taten messen, für einen „kapitalen Irrtum. Wir müssen verhindern, dass diese Maßnahmen umgesetzt werden“, prangerte Kern Pläne zur Abschaffung der Notstandshilfe oder zur Regionalisierung der Mangelberufsliste an.

Gemeinsam die Verhältnisse ändern statt hinnehmen

Die SPÖ müsse die Zivilgesellschaft an Bord holen und auch ihre Mitglieder „viel mehr einbinden“, betonte Kern. Es gehe um den konsequenten Aufbau einer Politikalternative. „Wir haben eine Wertehaltung, auf die wir aufbauen können, das müssen wir neu interpretieren und zeitgemäß anwenden.“ Auch Kreisky habe gesagt, dass man immer etwas tun könne, um die Verhältnisse zu ändern: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass gewisse Umstände so und nicht anders sind, aber das bedeutet noch lange nicht, dass wir bereit sein müssen, sie als unumstößliche Tatsachen hinzunehmen. Ich bin in der Politik immer für eine positive Änderung der Verhältnisse eingetreten und werde bis zum letzten Augenblick dafür kämpfen.“

Auf der Facebook-Seite von Christian Kern gibt’s den Festvortrag zum Nachschauen. 

Mehr über Bruno Kreisky gibt's auf der Website „Kreisky 100“, die die SPÖ anlässlich seines 100. Geburtstags im Jahr 2011 erstellt hat.

Auf der Kontrast-Website ist ein Überblick über das Wichtigste, was man über Kreisky wissen sollte, zu finden.