Uni-Finanzierung: Schwarz-Blau schafft neue Bildungshürden

Die Pläne von Schwarz-Blau zur Uni-Finanzierung bedeuten bis zu 15.000 weniger Studienplätze. „Das wird besonders jene treffen, die finanziell nicht so gut gestellt sind“, kritisiert SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl.

Die SPÖ hat im letzten Jahr – gegen die Stimmen der ÖVP – eine Erhöhung des Uni-Budgets beschlossen: 1,35 Mrd. Euro zusätzlich bis 2021. Damit sollten vor allem mehr ProfessorInnenstellen geschaffen und so für eine bessere Betreuung gesorgt werden. Das Argument von Wissenschaftsminister Faßmann, es gehe bei den Plänen zur Uni-Finanzierung um bessere Betreuungsverhältnisse zwischen Lehrenden und Studierenden, lässt Kuntzl daher nicht gelten. „Weniger Studienplätze, neue Bildungshürden“, lautet das Motto von Schwarz-Blau, so Kuntzl. Denn: „Durch die Ausweitung der Zugangsbeschränkung auf weitere Fächer und die Möglichkeit für die Unis, zusätzliche Beschränkungen selbst einzuführen, wird es zu einer deutlichen Reduktion der Studienplätze kommen“, sagt Kuntzl.

15.000 weniger Studienplätze

Im Laufe der kommenden Jahre ist mit rund 15.000 weniger Plätzen zu rechnen. Gleichzeitig fehlen Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Durchmischung. „Da heißt, 15.000 junge Menschen, die studieren wollen, können das dann nicht“, kritisiert Kuntzl. Treffen wird dies vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien, die von Zugangsbeschränkungen schneller abgeschreckt werden bzw. sich etwa teure Vorbereitungskurse vor Aufnahmeprüfungen nicht leisten können. "An den Unis selbst wird es Verdrängungseffekte geben, die Auswirkungen auch auf die Fachhochschulen, die pädagogischen Hochschulen und den Arbeitsmarkt haben werden", sagt Kuntzl.

Hammerschmid vermisst Maßnamen für mehr Bildungsgerechtigkeit

Scharfe Kritik an den schwarz-blauen Vorhaben in Sachen Unis kommt auch von SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid. Die SPÖ-Bildungssprecherin vermisst im Entwurf für ein neues Unigesetz Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit. „Was die Regierung plant – nämlich Zugangsbeschränkungen in weiteren Fächern sowie Studiengebühren für Berufstätige – läuft auf neue Bildungshürden hinaus, wenn nicht Maßnahmen ergriffen werden, um die soziale Durchmischung zu verbessern. Das muss allerdings bereits in der Schule beginnen – denn schon in den höheren Schulen zeigt sich, dass Kinder aus bildungsfernen Familien unterrepräsentiert sind“, so Hammerschmid.