Sozialer Wohnbau, Wohnbau, Enquete

Wohnen muss für alle leistbar sein!

Mieten werden teurer, der Wohnungsmarkt steht unter Druck und der soziale Wohnbau wird aufs Korn genommen – nur mit einem starken gemeinnützigen Sektor kann diesen Herausforderungen gegengesteuert werden.  

Das Thema Wohnen ist aktueller denn je. Obwohl die Bodenpreise explodieren, der Wohnungsneubau sich mittlerweile stärker am Bedarf der Investoren orientiert als an dem der Menschen und Wohnraumspekulationen Gang und Gäbe sind, unternimmt die schwarz-blaue Regierung nichts, um der anstehenden Wohnungskrise entgegenzuwirken. Leidtragende werden alle ÖsterreicherInnen sein, die sich kein Eigenheim leisten können oder das Glück hatten, ein solches zu erben. Aber leistbares Wohnen für alle ist machbar – dazu braucht es ein umfassendes Mietrechtsgesetz und einen starken gemeinnützigen Sektor im Wohnbau, forderte die SPÖ bei einer parlamentarischen Enquete zum Wohnbau.

Erfolgsmodell Sozialer Wohnbau

Wohnen wird immer teurer und die Herausforderungen werden immer größer, denn wegen den niedrigen Zinsen suchen viele Anleger die Rendite am Wohnungsmarkt. Dabei treiben die Spekulationen die Grundkosten immer weiter in die Höhe. Die sich anbahnende Wohnungskrise kann nur mit den richtigen Maßnahmen gestoppt werden und dabei sollte sich Österreich wieder auf das eigene Erfolgsmodell berufen – dem sozialen Wohnbau. „Wir müssen das schützen, was funktioniert“, betonte SPÖ-Wohnbausprecherin Ruth Becher bei der Enquete. Dabei geht es ihr auch um die gesetzlichen Eingriffsmöglichkeiten in den Markt, besser gesagt, gegen die Verzerrungen durch den Markt. Auch das Immobilienvermögen der öffentlichen Hand und der gemeinnützigen Wirtschaft muss geschützt werden.

ExpertInnen warnen vor „Londoner Verhältnissen“

Die anwesenden ExpertInnen bei SPÖ-Wohnbauenquete waren sich über die Wichtigkeit des sozialen Wohnbaus einig. Für Christian Amlong, Geschäftsführer der GWG Wohnungsgesellschaft in München, ist klar, dass die Politik Geldmittel in den Wohnbau stecken sollte und auch vor staatlichen Eingriffen nicht zurückschrecken darf: „Das ist eine zwingende Notwendigkeit, wenn wir keine Londoner Verhältnisse haben wollen.“ Denn dort sind die Wohnpreise bereits so hoch, dass selbst Berufstätige, etwa SupermarktmitarbeiterInnen, wie Obdachlose leben müssen. Karl Wurm, Obmann der Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV), nannte die Grundstückspreise eine „Riesenherausforderung“ für den gemeinnützigen Sektor, wo definitiv gegengesteuert werden muss und Diakonie-Direktor Michael Chalupka warnte, dass vor allem Niedrigeinkommen am stärksten hinter dem Mietenanstieg zurückbleiben werden.