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Die schlimmsten schwarz-blauen Angriffe II: Sozialabbau und Zukunftsraub

Das bisherige „Sündenregister“ der schwarz-blauen Regierung ist lang. In Rekordtempo werden bedeutende soziale und demokratische Errungenschaften zerstört. Im zweiten Teil folgt nun eine Zusammenstellung der Angriffe in Sachen Sozialabbau und Zukunftsraub.

Von den drastischen Kürzungen bei Mindestsicherung für Familien, über Einsparungen bei der Integration an Schulen und  Verschlechterungen für Studierende und Auszubildende über die de-facto-Einstellung einer aktiven Frauenpolitik bis hin zu immer teurer werdenden Mieten, die Familien und „Normal“-Verdiener aus den Städten verdrängen: der Bogen an unsozialen Maßnahmen, mit denen Kurz und Strache die Zukunft unserer Jugend und unserer ganzen Gesellschaft gefährden, um die ÖVP-Großspender zu bedienen, ist breit gespannt.

Besonders besorgniserregend ist auch, wie Kurz und Strache die Gesundheit der ÖsterreicherInnen aufs Spiel setzen. Der Nichtraucherschutz wird aufgehoben und den Sozialversicherungen und der AUVA ein gnadenloses Spar-Diktat aufgezwungen. Das 430 Mio. Euro-Sparpaket dank Umfaller der ÖVP-Vertreter durch den AUVA-Vorstand gewinkt: Privatisierung und Stellenabbau sind damit Tür und Tor geöffnet. Konzernkanzler Kurz hat der Großindustrie ein weiteres Geschenk gemacht.

Die schlimmsten Angriffe in Sachen Sozialabbau und Zukunftsraub kurz und bündig im Überblick (für mehr Informationen einfach auf die Links klicken):

 

 

Sozialstaat wird abgebaut

Österreich hat ein Sozialsystem, um das wir international beneidet werden und auf das wir stolz sein können. Es ist hart erkämpft worden, sorgfältig aufgebaut, durchdacht und wird regelmäßig auf Basis der sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen angepasst. So weit so gut. Aber ist das tatsächlich noch so? Was Schwarz-Blau seit Regierungsantritt betreibt, ist nicht mehr als Anpassung zu bezeichnen, um Bestehendes zu optimieren. Es geht hier um einen Generalumbau, der dazu dient, unser bewährtes Sozialsystem und die Sozialpartnerschaft zu zertrümmern – zum Nutzen von Industrie und Großspendern des schwarzen Kanzlers. Sozialministerin Hartinger-Klein hat den unsozialen Kurs der Regierung auf den Punkt gebracht als sie erklärte, dass man von 150 Euro im Monat leben könne. Die Gefährdung des sozialen Friedens nimmt diese Regierung in Kauf.

Mindestsicherung neu: 150 Euro laut Sozialministerin ausreichend

  • ÖVP und FPÖ planen, dass die Mindestsicherung in Zukunft maximal 863,04 Euro für Einzelpersonen beträgt. 300 Euro davon erhalten Personen nur mit österreichischem Pflichtschulabschluss oder wenn sie gewisse Voraussetzungen wie das Deutschniveau B1 oder Englischlevel C1 erfüllen. Wer also nicht ausreichend Deutsch kann, bekommt nur 563 Euro. Diese Staffelung der Mindestsicherung soll auf Flüchtlinge und Migranten zielen, Betroffene sind aber auch ÖsterreicherInnen (17.000 ÖsterreicherInnen ohne Pflichtschulabschluss beziehen die Mindestsicherung). Die von Schwarz-Blau anvisierten Kürzungen bei der Mindestsicherung treffen alle Paare mit Kindern und mehr als die Hälfte der Kinder von AlleinerzieherInnen. Massiv sind auch die Verschlechterungen für Menschen mit Behinderungen.

Schwarz-Blaue Attacke gegen Familien in Krisensituationen

  • Familien mit mehreren Kindern werden durch die neue Regelung der Mindestsicherung benachteiligt – unabhängig von der Nationalität. Laut der Neuregelung der Kinderzuschläge werden künftig dem ersten Kind maximal 25 Prozent der Maximal-Leistung von 863,04 Euro (216 Euro/Monat) vergütet, dem zweiten Kind maximal 15 Prozent (129 Euro/Monat), dem dritten Kind maximal 5 Prozent (43 Euro/Monat) der Leistung. Ab dem vierten Kind beträgt die Auszahlung 25 Euro/Monat. Betroffen sind 70.232 Paare mit ein bis drei Kindern, sowie 27.960 Paare mit vier Kindern und mehr.

Regierung will Länder-Regelungen für Alleinerziehende verschlechtern

  • Für AlleinerzieherInnen soll es zur Abfederung einen  „Bonus“ geben: Maximal 100 Euro für das erste Kind, für das zweite 75 Euro, für das dritte 50 Euro und ab dem vierten Kind jeweils 25 Euro. Konkret trifft das 51.904 Alleinerzieherinnen mit ein bis drei Kindern und 7.146 Alleinerzieherinnen mit vier Kindern und mehr. Damit ergibt sich ein Maximalbetrag von 1.383 Euro für Alleinerziehende mit zwei Kindern. Durch den Wegfall der Mietzuschüsse wird dieser Bonus aber „aufgefressen". Die neue Regelung liegt hinter den derzeitigen Maximal-Bezügen inklusive Wohngeld in Tirol (1.841 Euro/Monat), Vorarlberg (1.702 Euro/Monat), Salzburg (1.647 Euro/Monat) und Wien (1.452 Euro/Monat).

Mindestpension nicht für Kindererziehungs- & Pflegezeiten

  • Derzeit wird nur für Alleinstehende bei 30 Beitragsjahren aus Erwerbstätigkeit eine erhöhte Ausgleichszulage von 1.022 Euro gewährt. Die von der Regierung vorgestellte Mindestpension von 1.200 Euro bzw. 1500 Euro bei Ehepaaren soll erst nach 40 vollen Beitragsjahren gewährt werden. Von dieser Maßnahme profitieren allerdings nur wenige Anspruchsberechtigte. Frauen sind de facto ausgeschlossen. Denn Kindererziehungszeiten und Zeiten für die Pflege werden bei der Mindestpension nicht angerechnet.

Hartz IV kommt, Notstandshilfe läuft aus

  • Einen besonders perfiden Zerstörungsakt plant Schwarz-Blau mit dem Auslaufen der Notstandshilfe. Die mit Beitragsmonaten erworbene Versicherungsleistung Notstandshilfe soll der reinen Sozialleistung Mindestsicherung weichen. Davon wären etwa 167.000 Personen in Österreich betroffen und unser Sicherungssystem wird zu einer Art Hartz IV. Was sind denn die Unterschiede? Die Zeit der Notstandshilfe wird an die Pension angerechnet, der Mindestsicherungsbezug nicht. MindestsicherungsbezieherInnen dürfen nicht mehr Vermögen als 4.200 Euro haben. Solange es Eigentum gibt, das mehr wert ist, gibt es keine Mindestsicherung.

Kommt die Rückkehr des Pflegeregresses?

  • Der Finanzminister der schwarz-blauen Regierung Löger hat bereits in seiner Budgetrede bedauert, dass durch den Wegfall des Pflegeregresses 2018 Kosten von bis zu 650 Millionen Euro entstünden. Die Länder und Gemeinden fordern, dass ihnen dieses Geld ersetzt wird und Löger will demnächst darüber verhandeln. Im Doppelbudget 2018/19 sind jedoch nur die ursprünglich geplanten 100 Millionen Euro budgetiert. Das kann sich nicht ausgehen! Zur Erinnerung: Die SPÖ wollte den Pflegeregress mit einer Steuer auf Millionen-Erbschaften und -Schenkungen finanzieren.

 

 

Zukunft der Jugend wird aufs Spiel gesetzt

Das Kürzungs-Programm der schwarz-blauen Regierung trifft vor allem jene mit voller Härte, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind. Neben (älteren) Arbeitssuchenden, Familien mit geringem Einkommen und Alleinerziehenden sind es vor allem Kinder und Jugendliche, deren Zukunft dem schwarz-blauen Kürzungswahn zum Opfer fällt.

Integrationstopf für Schulen gestrichen

  • Die schwarz-blaue Regierung betreibt ein gefährliches Spiel in Sachen Integrationspolitik. So werden nicht nur die Mittel drastisch gekürzt, die Geflüchtete fit für den österreichischen Arbeitsmarkt machen sollen, sondern der Sparstift wird bereits in den Schulen angesetzt. So wurde der Integrationstopf für Schulen ersatzlos gestrichen. Gleichzeitig sollen SchülerInnen mit wenig Deutschkenntnissen – wider jede Expertise – in separaten Klassen unterrichtet werden. Schwarz-Blau setzt auf Trennung statt auf Miteinander – die Leidtragenden dieser perfiden Politik der Ausgrenzung sind tausende Kinder, die es schwerer haben, sowohl die deutsche Sprache zu erlernen als auch sozialen Anschluss zu finden.

Neue Bildungshürden durch Studiengebühren für berufstätige Studierende

  • Österreich wird in Sachen soziale Durchlässigkeit kein gutes Zeugnis ausgestellt. Denn Bildung wird in Österreich nach wie vor vererbt. Mit Einführung der Studiengebühren für berufstätige Studierende wird sich diese „Tradition“ weiter fortsetzen. 30.000 junge Menschen, die ohnehin schon arbeiten müssen, um sich ihr Studium zu finanzieren und damit weniger Zeit zum Lernen haben, werden ab Herbst noch zusätzlich finanziell belastet. Viele junge Menschen werden das nicht bewältigen können. Dazu kommen in den nächsten drei Jahren 20.000 Plätze weniger für StudienanfängerInnen und der Ausbau von Zugangsbeschränkungen. Diese Regierung errichtet neue Bildungshürden, statt sie abzubauen.

Verschlechterungen für Auszubildende

  • Auch für junge Menschen, sie sich für eine Ausbildung entschließen, wird es nicht leichter. Die von der SPÖ-geführten Regierung erkämpfte Ausbildungsgarantie ist Vergangenheit. Auszubildenden in überbetrieblichen Lehrwerkstätten wird die Ausbildungsbeihilfe um mehr als die Hälfte gekürzt. Die Jugendvertrauensräte werden abgeschafft. Die Regierung verstärkt damit den Fachkräftemangel, statt ihm durch eine moderne und attraktive Lehre entgegenzuwirken.

 

 

 

Frauenpolitik ad acta gelegt:

Unter Schwarz-Blau wird aktive Frauenpolitik ad acta gelegt. Die Streichung von Beschäftigungsprogrammen für Ältere oder die Erhöhung der Mindestpension ohne Anrechnung von Erziehungszeiten führen dazu, dass das Ziel „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ in noch weitere Ferne rückt. Schwarz-Blau betreibt nicht nur keine aktive Frauenpolitik – sie zerschlägt vorhandene Strukturen, die Frauen im Krisenfall (lebensnotwendige) Unterstützung bieten.

Frauen-zurück-an-den-Herd-Politik

  • Anstatt die Lebensverhältnisse von Frauen zu verbessern, wird für Familien die Mindestsicherung gekürzt, der Ganztagsschulausbau wird auf den St. Nimmerleinstag verschoben. Gleichzeitig führt sie den 12-Stunden-Tag ein. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird damit für viele Frauen unmöglich. Schon jetzt gibt es österreichweit kaum eine Kinderbetreuungseinrichtung, die sich mit den Anforderungen eines 12-Stundentags deckt. Und zu wenige Ganztagsschulen. Frauen, die immer noch hauptsächlich für die Familienarbeit und Kindererziehung zuständig sind, werden es am Arbeitsmarkt noch schwerer haben. Was Schwarz-Blau hier betreibt, ist eine Frauen-zurück-an-den-Herd-Politik. Mit allen negativen Konsequenzen: Einkommensschere und Chancengleichheit vergrößern sich, niedrige Pensionen und Altersarmut drohen.

Fraueninitiativen vor dem Aus

  • Während die SPÖ-Frauenministerin 2017 durch eine Überschreitungsermächtigung 500.000 Euro mehr für die Frauen herausholen konnte, streicht die nunmehrige ÖVP-„Frauen“-Ministerin Bogner-Strauß nicht nur diesen Betrag, sondern heuer weitere 179.000 Euro und nächstes Jahr noch einmal 230.000 Euro. Für die Unterstützung der wichtigen Arbeit von Frauenorganisationen und – initiativen stehen damit pro Jahr rund 700.000 Euro weniger zur Verfügung. Viele Vereine, die unersetzliche Arbeit leisten und Frauen etwa in Krisensituationen unterstützen, sind in ihrer Existenz bedroht oder stehen gar vor dem Aus. Und für den Gewaltschutz gibt es trotz anders lautender Behauptungen keinen Cent mehr. Auch bewährte Instrumente wie die „Marac“-Fallkonferenzen zur Untersuchung von Hochrisiko-Gewaltfällen werden – trotz der Zunahme von Mordfällen an Frauen – vom Innenministerium gestrichen, ohne ein Wort des Widerspruchs seitens der Frauenministerin.

Familienbonus für Gutverdiener, Almosen für Alleinerziehende

  • Jahrzehntelang galt in Österreich der Grundsatz, dass alle Kinder gleich viel wert sind. Das ist mit Schwarz-Blau vorbei. Für Gutverdiener gibt es einen „Familien-Bonus“ von bis zu 1.500 Euro, Geringverdienende dagegen erhalten nur ein Almosen von lediglich 250 Euro, BezieherInnen von Mindestsicherung gehen komplett leer aus. Besonders Alleinerziehende haben das Nachsehen und rund ein Drittel aller Kinder profitieren vom Familienbonus gar nicht oder nur teilweise. So sieht schwarz-blaue Familienpolitik aus: Für Schwarz-Blau sind nicht alle Kinder gleich, Frauen und Kinder werden benachteiligt. Das zeigen auch die Kürzungen bei der Mindestsicherung. Alleinerziehende müssen – trotz „Alleinerzieher-Bonus“, der die Kürzungen bei den Kinderzuschlägen abfedern soll – mit deutlichen Abstrichen rechnen müssen, wenn die Mietzuschüsse in Zukunft wegfallen.

Versprechen von Unterhaltsgarantie nicht eingelöst

  • Im Wahlkampf hatten sowohl  Kurz als auch Strache versprochen, den SPÖ-Vorschlag einer Unterhaltsgarantie umzusetzen. Jedes Kind muss finanziell abgesichert sein. Da viele Partner (vorwiegend Väter) nach einer Trennung keinen Unterhalt zahlen können oder wollen, will die SPÖ eine vom Staat gesicherte Unterhaltsgarantie. Bei einer Unterhaltsgarantie übernimmt der Staat die Unterhaltszahlungen, wenn der Unterhaltspflichtige nicht zahlt. Derzeit gibt es nur einen Vorschuss, wenn eine Rückzahlung zu erwarten ist. Dieser Vorschuss kann sehr niedrig sein und viele Kinder gehen leer aus. Für viele Frauen hätte diese Maßnahme mehr finanzielle Unabhängigkeit bedeutet. Doch seit ihrem Wahlsieg lassen Kurz und Strache diese Frauen im Regen stehen. Statt die Unterhaltsgarantie zügig umzusetzen, kündigte die Familienministerien gerade einmal eine Arbeitsgruppe für das zweite Halbjahr zu dem Thema an. Währenddessen sind tausende Frauen und Kinder wegen fehlender Unterhaltszahlungen akut von Armut bedroht.

Frauen droht Altersarmut

  • Die von Schwarz-Blau geplante Erhöhung der Mindestpension ist in vielerlei Hinsicht ein Schwindel. Entgegen den Forderungen der SPÖ werden Kindererziehungszeiten für die erforderlichen 40 Beitragsjahre nicht angerechnet. Viele Frauen sind damit von der Erhöhung der Mindestpension ausgeschlossen, weil sie durch Kindererziehungszeiten 40 Arbeitsjahre nicht erreichen. Frauen erhalten bereits jetzt im Durchschnitt 44 Prozent weniger Pension als Männer. Viele Frauen sind im Alter von Armut bedroht. Die Erhöhung der Mindestpension, so wie sie von Schwarz-Blau geplant ist, wird daran nichts ändern. Im Gegenteil: Zusammen mit den vielen anderen unsozialen schwarz-blauen Maßnahmen werden sich Einkommensschere und Chancenungleichheit verstärken.

 

 

Schwarz-Blau gefährdet Gesundheit der ÖsterreicherInnen

Die Aufhebung des bereits beschlossenen Nichtraucherschutzes war erst die Ouvertüre des Trauerspiels in der schwarz-blauen Gesundheitspolitik. Die Einführung von 12-Stunden-Tag/60-Stunden-Woche hat klar gemacht, dass die Gesundheit für Schwarz-Blau keinen ernsthaften Stellenwert hat. Geht es um die Frage: Vorteile für die Arbeitgeber oder die ArbeitnehmerInnen ist die Sache klar: Die ArbeitnehmerInnen sollen draufzahlen – im Gesundheitsbereich sogar wortwörtlich. Bei den AUVA-Zwangseinsparungen lief das ganz frech: Die Abgabenerleichterung für Unternehmen soll mit Kürzungen bei der von den Arbeitgebern finanzierten AUVA und Abwälzen an die von den ArbeitnehmerInnen finanzierten Krankenkassen beglichen werden. Damit nicht genug, verpasst diese Regierung den Krankenkassen eine Ausgabenbremse – trotz Kassen-Selbstverwaltung und verfassungsrechtlicher Bedenken.

Aufhebung des Rauchverbots – trotz gesundheitlicher Bedenken

  • Die schwarz-blaue Bundesregierung hat die Rücknahme des ab 1. Mai geplanten Rauchverbots in der Gastronomie in der Nationalratssitzung vom 22. März beschlossen. Sozial- und Gesundheitsministerin Hartinger-Klein hielt ein Plädoyer für Raucher: „Minderheiten auszugrenzen, Suchtkranke auszugrenzen, das verurteile ich.“ Als ginge es nicht sowohl um den Schutz der NichtraucherInnen als auch um die Tatsache, dass Rauchverbote zu sinkenden Raucherzahlen führen. Die SPÖ kämpft  – nach dem mit 900.000 UnterzeichnerInnen äußerst erfolgreich verlaufenden Volksbegehren zum Nichtraucherschutz – für eine Volksabstimmung über das Rauchverbot.

AUVA: Privatisierung Tür und Tor geöffnet

  • Durch einen Umfaller in letzter Minute ermöglichten die ÖVP-Vertreter im Vorstand der AUVA den Beschluss eines Antrages, der Privatisierungen von Gesundheitsleistungen und einen Personalabbau in der AUVA ermöglicht – gegen die Interessen und zu Lasten der Versicherten. Das bedeutet, dass in Zukunft eine private Gesellschaft die Krankenanstalten und Reha-Einrichtungen der AUVA im Griff haben wird. Privatisierungen von Gesundheitsleistungen zum Nachteil der Versicherten sind dadurch Tür und Tor geöffnet. Das Kürzungspaket über 430 Mio. Euro bedeutet eine Ausgabenkürzung um ein Drittel – ein Geschenk von Kurz an die Großindustriellen, die die Folgekosten von Arbeitsunfällen auf die ArbeitnehmerInnen abwälzen wollen. 135 Mio. Euro sollen durch Verwaltungseinsparungen und Kooperationen erfolgen. Doch nachdem die Verwaltungskosten der AUVA jährlich rund 92 Mio. Euro ausmachen, können die Kürzungen nur mittels massiven Personalabbaus und Leistungskürzungen zulasten der ArbeitnehmerInnen geschehen. Am meisten Geld soll die AUVA bei der Querfinanzierung mit den Krankenversicherungsträgern einsparen, indem die Kosten auf andere Kassen verlagert werden. So wird das AUVA-Kürzungspaket auch deutliche Auswirkungen auf die Finanzen der Gebietskrankenkassen haben. Zudem soll die AUVA nicht mehr für die Entgeltfortzahlung für erkrankte Mitarbeiter/-innen in Klein- und Mittelbetrieben aufkommen müssen. Durch diese Änderungen sollen 295 Mio. Euro aufgebracht werden. Schwarz-Blau zerstört hier ein gut funktionierendes System der Unfallversorgung auf höchstem Niveau. Die Menschen werden sich auf die gesetzliche Unfallversicherung in Zukunft nicht mehr so verlassen können, wie sie es bisher in einer solidarischen Gesellschaft gewohnt waren.

Sozialversicherung: Ärztemangel und Baustopps bei Krankenhäusern

  • Überfallsartig wurde von Schwarz-Blau mithilfe der Neos auch den Sozialversicherungen per Gesetz ein Spar-Programm auferlegt. Offene Stellen dürfen nur mehr befristet vergeben werden, und Spitäler im Bau dürfen nicht fertiggestellt werden. Diese „Gesundheitsbremse“ wurde von ÖVP, FPÖ und NEOS beschlossen. Sozialversicherung und Ärztekammer warnen vor den Folgen für die Gesundheitsversorgung. Während immer wieder vor dem kommenden Ärztemangel gewarnt wird und Zeitungen mit Schlagzeilen über Gang-Betten und Überbelegung der Spitäler berichten, werden den Sozialversicherungen die Hände gebunden. Ein Vorrücken der Privatmedizin ist zu befürchten, die für Viele in der Gesellschaft nicht bezahlbar ist. Für Nachbesetzungen finden wir kein geeignetes Fachpersonal mehr, wenn jeder qualifizierte Arbeitsplatz ein Ablaufdatum im Jahr 2019 hat. Auch der Ausbau der medizinischen Nahversorgung ist damit erledigt. Österreichweit sind rund 30 vereinbarte Projekte betroffen. In Summe müssen Bauprojekte im Umfang von 400 Mio. Euro gestoppt werden. Anstehende Neubauten und Primärversorgungszentren sind bedroht.

 

 

Wohnen wird teurer

Leistbares Wohnen zu sichern, wird in Zukunft immer mehr zu Herausforderung. Für viele Menschen sind die stetig steigenden Mieten schon jetzt ein existenzielles Problem. Und statt durch sozialen Wohnbau und Mietpreisbremsen für mehr leistbaren Wohnraum zu sorgen, bedient die Kurz-Regierung mit ihrer Wohnpolitik die Interessen der Immobilien-Lobby und befeuert Immobilienspekulation. Die Mieten werden noch mehr in die Höhe getrieben. Junge Menschen, Familien und „Normalverdiener“ wird das Wohnen in der Stadt zum nicht mehr leistbaren Luxus. Soziale Durchmischung und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind gefährdet.

Mietenwucher für Altbauten

  • Dank der schwarz-blauen Regierung werden österreichische MieterInnen schon bald kräftig zur Kassa gebeten. Denn für gesamtsanierte Altbauwohnungen soll künftig der gesetzliche Mietzins-Richtwert nicht mehr gelten. Hausbesitzer können sich somit aus dem Mietrecht „heraussanieren“ und den Altbau zum selben Preis wie eine Neubauwohnung vermieten. Diese massiven Mietsteigerungen werden vor allem junge Familien und GeringverdienerInnen treffen. Auch die Weitergabe von Mietwohnungen soll eingeschränkt werden und nur mehr an Ehepartner und Kinder unter 25 Jahren möglich sein.

Verbot von Lagezuschlägen fällt

  • Ab Herbst drohen Österreichs MieterInnen weitere Belastungen. So wollen Kurz und Strache das Verbot von Lagezuschlägen in Gründerzeitvierteln abschaffen. Der Quadratmeter wird dann künftig in Wien um bis zu 3,34 Euro mehr kosten, über 100.000 Wohnungen sind davon betroffen. Für die hart arbeitenden ÖsterreicherInnen werden Wohnungen in den innerstädtischen Bezirken bald nicht mehr leistbar sein. Damit droht Wien dasselbe Schicksal wie anderen europäischen Großstädten, z.B. London oder Paris: In der teuren Innenstadt wird nur mehr Platz für Immobilienspekulanten und reiche Menschen sein, Gering- und MittelverdienerInnen werden in die Randbezirke gedrängt.  

Angriff auf den Gemeindebau

  • Schwarz-Blau will künftig besserverdienenden MieterInnen im gemeinnützigen Wohnbau den Mietzins anhand von „Gehaltschecks“ erhöhen. Die Bewohner einer Gemeindebauwohnung werden bald regelmäßig Einkommensnachweise vorlegen müssen. Menschen, die mit harter Arbeit ihre finanzielle Situation verbessern und den sozialen Aufstieg meistern, müssen somit fürchten, im Gegenzug ihre Wohnung zu verlieren. Dies widerspricht nicht nur jedem Leistungsgedanken, sondern ist auch eine Gefahr für die positive soziale Durchmischung im gemeinnützigen Wohnbau.