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Schulbeginn: SPÖ will höheres Schulstartgeld und zusätzlichen Urlaubstag

Die SPÖ fordert zum Schulbeginn mehr Untestützung für Eltern: Durch ein höheres Schulstartgeld, kostenlose Ganztagsschule und einen Tag Sonderurlaub zu Schulbeginn sollen Familien mit Schulkindern finanziell und zeitlich entlastet werden.

„Ziel muss ein stressfreier, bestmöglicher Schulbeginn sein, frei von ökonomischem Druck“, sagt der gf. SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder. Er und SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid präsentierten ein „Entlastungspaket“ für Eltern zum Schulbeginn.

855 Euro Kosten pro Schüler und Jahr

Denn Schule ist für Eltern keine geringe finanzielle und zeitliche Belastung – besonders zum Schulstart im September. Laut AK-Erhebung kostet die Schule durchschnittlich 855 Euro pro SchülerIn und Schuljahr – „und zu Schulbeginn müssen die Eltern besonders tief in die Tasche greifen“, so Schieder. Rund 200 Euro betragen die Kosten für ein Schulkind allein beim Schulstart – für Materialien, Turngewand, Bastelbeiträge etc.

 

94 Mio. Euro zahlen Österreichs Eltern für Nachhilfe

Auch Nachhilfe ist für viele Eltern eine enorme finanzielle Herausforderung. Hier sind es durchschnittlich 640 Euro im Jahr, die Eltern aufwenden – insgesamt 94 Mio. Euro im Jahr. All diese Kosten belasten nicht nur einkommensschwächere Familien, betont Hammerschmid, „sondern auch die Mittelschicht: 85 Prozent der Eltern sagen, sie sind mittelmäßig bis stark belastet“, zitiert Hammerschmid aus einer AK-Umfrage. Dazu kommen noch die Beiträge für ganztägige Betreuung, nicht selten 200 Euro und mehr pro Kind und Monat.

Auch zeitlich gibt es für Eltern von Schulkindern enorme Herausforderungen: Die Schule dauert in den ersten Tagen oft nur wenige Stunden, es müssen der Schulweg geübt und Besorgungen gemacht werden. Eine stressige Zeit – die mit dem 12-Stunden-Tag nicht weniger eng wird.

Die Forderungen der SPÖ:

• Höheres Schulstartgeld: Um die finanzielle Mehrbelastung zum Schulbeginn auszugleichen, wurde das so genannte Schulstartgeld eingeführt. Dieses reicht aber nicht aus um die Kosten abzudecken. Wir fordern die Verdoppelung des Schulstartgeldes auf 200 Euro.

• Gratis Ganztagsschule: Die Schule selbst ist derzeit beitragsfrei für alle, es entstehen jedoch Kosten im Bereich Verpflegung und Freizeitangebote für die Eltern. Diese Kosten werden vor allem für sozial schwache Familien zum Problem und zur Barriere, die sie oftmals hindert, das Angebot ganztägiger Schulen für ihre Kinder zu nutzen. Gegenwärtig besteht die Möglichkeit für die Schulerhalter (VS, NMS – Länder, AHS-Unterstufe – Bund), die Beiträge für Essen und Freizeitangebote sozial zu staffeln, um dem Problem entgegenzuwirken. Erfahrungen zeigen, dass die „Gratis Ganztagsschule“ ohne zusätzliche Kosten deutlich besser angenommen werden würde.

• Kostenlose Förderung statt sündteure private Nachhilfe: Hinzukommt, dass der Besuch einer Ganztagsschule die Lernergebnisse verbessert, und die Kosten für Nachhilfe deutlich senkt. Der Ausbau von ganztägig geführten Schulen ist die wirksamste Prävention gegen die Inanspruchnahme von teurer Nachhilfe. Jedoch entscheidet in vielen Fällen noch immer die Geldbörse der Eltern darüber, wieviel Förderung Kinder erhalten. Jene Kosten, die derzeit von den Eltern getragen werden (rd. 100 Mio. Euro), sollen bis 2025 auf 0 sinken. Dazu braucht es Unterstützungsmaßnahmen wie gratis flächendeckende Nachhilfe.

• Vom Gratis-Schulbuch zum Gratis-Tablet: Was unter Kreisky das Gratis-Schulbuch war, ist heute das Gratis-Tablet: Die digitale Welt stellt uns vor immer neue Herausforderungen. Es geht nicht darum, dass Kinder am Handy und Tablet spielen, sondern damit lernen. Umso wichtiger ist es, dass schon an den Schulen vermittelt wird, wie man damit richtig umgeht. Dafür braucht es neben den Geräten auch die richtige Infrastruktur – Stichwort WLAN-Anschluss – und vor allem die notwendige Didaktik. Das wurde bereits im Plan A gefordert, unter Sonja Hammerschmid wurde die Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0“ im Jänner 2017 vorgelegt, mit Schulstart 2018 wären die Tablets bereits jetzt in den Klassenzimmern zum Einsatz gekommen. Die Konzepte liegen also am Tisch. Noch im Frühjahr 2018 wurde ein Entschließungsantrag der SPÖ im Unterrichtsausschuss eingebracht und die dringende Umsetzung der Strategie „Schule 4.0“ gefordert. Dieser wurde von den Regierungsparteien abgelehnt. Dass Faßmann und Kurz nun Monate später einen „Masterplan Digitalisierung“ präsentieren, hier immer noch im Ankündigen anstatt Umsetzen sind und die Finanzierung ungeklärt ist, wirft uns um Jahre zurück.  

• Damit Eltern und Kinder einen stressfreien Schulanfang haben, fordern wir einen Sonderurlaubstag zum Schulbeginn: Jeder Elternteil hat Anspruch auf einen zusätzlichen Urlaubstag in der Woche des Schulbeginns. Dafür soll im Urlaubsgesetz neben der Pflegefreistellung auch eine Freistellung für Eltern mit Kindern im Alter von 6-12 Jahren geschaffen werden.

• Rechtsanspruch auf ganztägiges, gratis Kinderbetreuungsangebot: Es braucht dringend weitere Maßnahmen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Deswegen braucht es dringend den flächendeckenden Ausbau des elementaren Kinderbetreuungsangebotes. Die nun vom Bund zugesagten 140 Mio. Euro sind der Erhalt des Status-Quo, wir brauchen entschieden mehr, um den Kindergarten als erste Bildungseinrichtung qualitätsvoll zu implementieren.

Außerdem muss es zur Rücknahme der Einführung des 12-Stunden-Tages kommen. Für viele Eltern ist nicht einmal der 10-Stunden Tag mit Familie und Beruf vereinbar. Wie soll das mit 12-Stunden gehen?