100. Jahrestag der Ersten Republik: SPÖ gedenkt mit Kranzniederlegung

Bild: SPÖ / Thomas Lehmann

Am 12. November hat die SPÖ dem 100. Jahrestag der Republiksgründung gedacht. „Die junge Republik gab allen Menschen Stimme und Gewicht“, sagte die gf. SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner bei der Kranzniederlegung.

Am 12. November hat die SPÖ dem 100. Jahrestag der Republiksgründung gedacht. „Die junge Republik gab allen Menschen Stimme und Gewicht“, sagte die gf. SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner bei der Kranzniederlegung.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Zusammenbrechen der Habsburger Monarchie wurde am 12. November 1918 von der provisorischen Nationalversammlung die Erste Republik ausgerufen. Österreich nahm damit die ersten Schritte hin zur Demokratie. „Ganz unabhängig davon, woher die Menschen stammten, was sie besaßen oder aus welcher Familie sie kamen. Es war nur eines ausschlaggebend: Das Mensch-Sein“, betonte Rendi-Wagner in ihrer Rede zur Kranzniederlegung vor dem Dr.-Karl-Renner-Denkmal am Wiener Ring.

Die Sozialdemokratie in der Ersten Republik

„Die junge Republik riss Massen mit und wurde gleichzeitig Projektionsfläche von viel Hoffnung, aber noch mehr Hass“, erinnerte Rendi-Wagner an die Erste Republik. Die „alten Eliten“ haben sich vor „diesem Wandel gefürchtet“, ein „fatales Bündnis mit den Rechtsextremen geschlossen“ und den „Faschisten zur Macht geholfen“, so die gf. SPÖ-Parteivorsitzende. „Die Sozialdemokratie sah, dass eine Demokratie ohne Demokratinnen und Demokraten nicht zu machen war und begann bereits in der Ersten Republik ihren Charakter zu verändern. Sie wurde eine Partei, die nicht nur für eine Klasse, sondern für alle Menschen in diesem Land eine Partei sein wollte und sprach die Menschen fortan als Bürgerinnen und Bürger der Republik an“, erklärte Rendi-Wagner. 

Das Rote Wien als Vorbild für die Welt

„Dort, wo die Sozialdemokratie schon damals regierte, wurden die Verhältnisse der Menschen radikal umgekehrt. In nur 16 Jahren wurde das Rote Wien zu einem Vorbild für die gesamte Welt. In dieser kurzen Zeit gelang es dem Roten Wien, die Verhältnisse der Menschen radikal zu verbessern“, unterstrich die gf. SPÖ-Parteivorsitzende. Wohnraum, Bildung, Gesundheit und öffentliche Infrastruktur waren nicht mehr „nur ein Privileg der Eliten und Hochwohlgeborenen“. In der Nachbetrachtung zeigt sich, dass die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert dann „die Antwort auf die Erste war“, betonte die gf. Parteivorsitzende. Diese Antwort wurde von der Erkenntnis genährt, dass eine demokratische Republik mündige BürgerInnen und gerechte Verhältnisse braucht. „Sie braucht wehrhafte Institutionen, wie die Arbeiterkammer und die Gewerkschaften. Und sie braucht eine Politik, die diese Institutionen nicht aushöhlt, nicht in Frage stellt und nicht schwächt“, so Rendi-Wagner, die darauf verwies, dass die Sozialdemokratie „auch hundert Jahre später auf der richtigen Seite der Geschichte“ steht. „Heute gilt mehr denn je: Feigheit ist für uns keine Option – Hoch die Republik!“, sagte die gf. SPÖ-Parteivorsitzenden.