Wartezeiten-Limit für Arztbesuche

Bilanz Gesundheit

Es darf nicht sein, dass Menschen wochen- oder monatelang auf ihren Arzttermin warten müssen. Die SPÖ will daher eine Garantie für Arzttermine innerhalb einer kurzen Frist. Zudem wollen wir Anreize schaffen, dass mehr ÄrztInnen AllgemeinmedizinerInnen werden – gerade am Land, und zwar mit Kassenvertrag.

Einer der größten Kritikpunkte von PatientInnen an unserem Gesundheitssystem sind die Wartezeiten. „Lange Wartezeiten sind unmenschlich und eine hohe emotionale Belastung für die Kranken und ihre Angehörigen. Endlose Wartezeiten müssen der Vergangenheit angehören“, so unsere Spitzenkandidatin und Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner. Im Jahr 2017 hat sie als Gesundheitsministerin schon dafür gesorgt, dass die Wartezeiten auf CT und MRT-Untersuchungen stark reduziert wurden, jetzt sind die nächsten Schritte dran. Die Menschen sollen nicht auf WahlärztInnen ausweichen müssen, wenn bei KassenärztInnen zu lang gewartet werden muss.

Termingarantie

Das SPÖ-Modell sieht eine Termingarantie für Arztbesuche vor: Im akuten Fall muss sofort ein Termin beim Allgemeinmediziner und binnen zwei Tagen beim Facharzt vergeben werden. Für Vorsorgeuntersuchungen oder andere nicht akute Fälle darf die Wartezeit maximal zwei Tage beim Allgemeinmediziner und 14 Tage beim Facharzt betragen. Koordinieren soll das die Gesundheitshotline 1450, die schon jetzt bei gesundheitlichen Problemen weiterhilft und Ende des Jahres in ganz Österreich erreichbar sein soll. „Die beste Gesundheitsversorgung der ÖsterreicherInnen darf nicht von der Geldbörse abhängen. Alle haben das Recht auf die beste, modernste und erstklassige Gesundheitsversorgung“, sagt Rendi-Wagner.

10 Punkte gegen ÄrztInnenmangel

Doch nicht nur die Wartezeiten an sich sind ein Problem, sondern auch die Anzahl von genügend KassenärztInnen besonders in ländlichen Regionen. In den kommenden Jahren geht jede/r zweite Ärztin/Arzt in Pension, ein Nachfolger ist oft nicht in Sicht. Rund 200.000 Menschen haben jetzt schon keinen Arzt in der Nähe. Der Grund: Viele JungmedizinerInnen gehen ins Ausland, werden Privatärztin oder -arzt oder wollen nicht in ländlichen Regionen arbeiten. Dabei ist gerade die Hausärztin, der Hausarzt erster Ansprechpartner in Sachen Gesundheit und Vertrauensperson für die ganze Familie.

Für mehr HausärztInnen:

  1. Anreize für MedizinstudentInnen, im Land zu bleiben, z.B. durch ein Stipendiensystem, das ÄrztInnen für fünf Jahre an Österreich bindet – mit Kassenvertrag. AllgemeinmedizinerInnen sollen auch bessere Honorare bekommen.
  2. Landesförderungen für unterversorgte Regionen und Gründerservice zur Unterstützung bei der Praxisgründung
  3. Mehr Primärversorgungszentren: Das sind Gesundheitszentren in der Nähe des Wohnorts, in denen ÄrztInnen und andere Gesundheitsberufe zusammenarbeiten – das ergibt bessere Arbeitsbedingungen für die MitarbeiterInnen und bessere Öffnungszeiten und Rundum-Versorgung für PatientInnen. Bis 2021 soll es 75 solcher Gesundheitszentren in Österreich geben, das wurde schon im Nationalrat beschlossen.

Verbesserungen für Gesundheitsberufe:

Auch in der Pflege und bei verschiedenen Therapien mangelt es an Fachkräften.

  1. Berufsbildende höhere Schule für Gesundheits- und Sozialberufe mit Abschluss „Pflegefachassistenz“
  2. Bessere Arbeitsbedingungen: genug Personal, faire Entlohnung, bessere Arbeitszeiten
  3. Mehr AusbildungsplätzeB. an Fachhochschulen
  4. Ausbau des Fachkräftestipendiums auch für Assistenzberufe
  5. Mehr Therapieplätze auf Krankenkasse, z.B. Physio- und Psychotherapie
  6. Bundeweit einheitliche, bedarfsorientierte Personalberechnung

Für mehr FachärztInnen:

  1. Stipendiensystem, um Mangelfächer – z.B. KinderärztInnen – stärker zu fördern (mit Kassenverträgen).

HIER ist der SPÖ-Plan für ein Wartezeiten-Limit und gegen ÄrztInnenmangel im Detail.