Pamela Rendi-Wagner, CORONA-KRISE, Kontrollzentrum

Kontrolle zurückgewinnen!

Bild: Mika Baumeister on Unsplash.com

Das Corona-Virus breitet sich immer schneller aus. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass die knappen medizinischen Ressourcen möglichst effizient genutzt werden. Dafür braucht es ein zentrales Corona-Kontrollzentrum, von dem aus die Verteilung von Ressourcen vorausschauend geplant werden kann.

Die bisher gesetzten Maßnahmen der Bundesregierung haben nicht ausgereicht, um die drohenden Engpässe in der medizinischen Versorgung zu verhindern. „Ich habe bereits vor vier Wochen vor Engpässen gewarnt und gefordert, dass Spitäler und Gesundheitspersonal umgehend gewappnet werden und wir rechtzeitig aufrüsten“, sagt unsere Partei- und Klubvorsitzende Pamela Rendi-Wagner. „Die Zeit wird immer knapper“, macht Rendi-Wagner deutlich. Beispiel Beatmungsgeräte: Bei derzeitiger Ausbreiungsrate des Virus wird es in 10 Tagen zu dramatischen Engpässen kommen. „Wir müssen jetzt handeln!“, fordert Rendi-Wagner.

Kontrolle zurückgewinnen

„Wir können nicht immer nur reagieren. Effektives Krisenmanagement heißt, wir müssen die Kontrolle zurückgewinnen!“, sagt unsere Vorsitzende. Um unsere Spitäler und unser Gesundheitspersonal bestmöglich auf einen weiteren Anstieg vorzubereiten und die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen, fordern wir:

  • Zentrales Corona-Kontrollzentrum im Gesundheitsministerium, das in Echtzeit einen österreichweiten Überblick über Personal, Schutzausrüstung, Beatmungsgeräte, Tests etc. ermöglicht und von dem aus der Einsatz dieser Ressourcen vorausschauend geplant und zentral gesteuert werden kann.
  • Außerdem fordern wir die zentrale Beschaffung medizinischer Ressourcen: Alle Kräfte bündeln, um Kapazitäten zu erhöhen und Ressourcen zu schaffen, z.B. auch inländische Produktion für Herstellung von Schutzmasken nutzen.

„Brauchen einen Überblick“

„Wir müssen dafür sorgen, dass die Ressourcen dort eingesetzt sind, wo sie am Dringendsten benötigt werden. Und das ist in verschiedenen Regionen fast nie gleichzeitig der Fall. Die Hotspots verschieben sich. Wir brauchen daher einen Überblick über das Verbreitungsmuster in Österreich, um die Ressourcen frühzeitig dorthin zu lenken, wo sie gebraucht werden“, sagt Rendi-Wagner. Die dynamische Datenverlinkung zeigt, wo mögliche Engpässe drohen. „Ich möchte nicht, dass die Ärztinnen und Ärzte in Österreich darüber entscheiden müssen, ob ein Patient beatmet werden kann oder nicht. Das soll nicht passieren“, so Rendi-Wagner.

Kontrollierte Schritte zur Normalität

Die zentrale Ressourcenplanung wird auch nötig sein, wenn es um den schrittweisen Rückbau der Maßnahmen geht. „Dann ist es wichtig, dass wir kontrollierte Schritte zurück Richtung Normalität machen“, sagt Rendi-Wagner.  Für diese Phase wird auch eine „konsequente Teststrategie“ sowie der „Einsatz von Mund-Nasen-Schutzmasken“ nötig sein. Diese OP-Masken sollten der Bevölkerung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden und nicht nur in Supermärkten verwendet, sondern flächendeckend im gesamten öffentlichen Raum eingesetzt werden. „Wenn jeder sie trägt, ist ein Fremdschutz gegeben“, so Rendi-Wagner, das Infektionsrisiko in der Öffentlichkeit könne dadurch gesenkt werden.

Fotogalerie „Rotes Foyer“ 30. März 2020