ARBEIT

Mehr Schutz für prekär Beschäftigte

Bild: Norma Mortenson von Pexels

Prekär Beschäftigte wie LeiharbeiterInnen und ErntehelferInnen brauchen mehr Schutz vor Ausbeutung. Unsere Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner fordert für sie bessere Arbeitsbedingungen und das Recht für LeiharbeiterInnen, nach 18 Monaten von der Firma übernommen zu werden.

Nicht ohne Grund tauchen Coronacluster wiederholt dort auf, wo ArbeitnehmerInnen ausgebeutet werden. „Dort müssen wir für bessere Arbeitsbedingungen sorgen“, sagt unsere Parteivorsitzende, Klubobfrau Rendi-Wagner. „LeiharbeiterInnen und ErntehelferInnen leiden oft unter schlechten Arbeitsbedingungen. Nachdem sie unser Land in der Krise aufrecht erhalten haben, gehört dies endlich geändert“, sagt auch SPÖ-Arbeits- und Sozialsprecher Josef Muchitsch.

Die SPÖ schlägt einen Drei-Punkte-Plan vor:

  • Leiharbeit gesetzlich beschränken

Leiharbeit muss immer die Ausnahme sein. Die SPÖ verlangt daher eine gesetzliche Beschränkung von Leiharbeit und Werkverträgen. Die Arbeitskräfteüberlassung sollte eigentlich nur der Abdeckung von Auftragsspitzen dienen. Sie entwickelt sich aber immer mehr zu einem Geschäft gegen die Interessen von Beschäftigten. Maximal 10 Prozent einer Belegschaft sollten Leiharbeiter sein dürfen und es sollte spätestens nach 18 Monaten beim gleichen Arbeitgeber eine Übernahmeverpflichtung in die Stammbelegschaft geben. Außerdem sollen mehr Mittel in den Sozial-und Ausbildungsfonds für LeiharbeiterInnen fließen. In der heimischen Fleischindustrie sollten Werkverträge ganz verboten werden.

  • Bessere Rahmenbedingungen und Unterbringungen für ErntehelferInnen

Auch für ErntehelferInnen soll es Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen und Unterbringung geben. Dazu gehört zum einen eine ordentliche Bezahlung: Flächendeckend sollte es einen Mindestlohn von 1.700 Euro monatlich geben (derzeit je nach Bundesland etwas unter 1.500 Euro). Und statt Stockbettlagern sollen die ArbeitnehmerInnen in Einzelzimmern untergebracht werden, auch, um das große Infektionsrisiko zu bekämpfen.

  • Mehr Kontrollen in Betrieben mit Leihbeschäftigten

Um für eine bessere Einhaltung der ArbeitnehmerInnenrechte zu sorgen und Missbräuche zu unterbinden, soll die Zahl der Arbeitsinspektoren von derzeit etwa 300 auf 350 aufgestockt und die Finanzpolizei um 170 Planstellen aufgestockt werden. Türkis-Blau hatte hier eingespart. Außerdem soll die Kompetenz bei der Kontrolle der ErntehelferInnen vereinheitlicht werden und ins Arbeitsinspektorat kommen. Bisher lag die Kontrollkompetenz bei den Bundesländern.