Schulen offenhalten – Unterricht sicherer machen!

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Geschlossene Schulen und Kindergärten haben nur eine geringe Wirkung im Kampf gegen das Virus, bedeuten aber massive Nebenwirkungen für die Kinder und Betreuungsprobleme für die Eltern. Wir fordern daher wirksame Maßnahmen, um unsere Schulen sicherer zu machen.

Die Corona-Neuinfektionen steigen weiter an. Jetzt braucht es zielgerichtete Maßnahmen, allen voran ein funktionierendes Contact-Tracing. Schulschließungen dagegen sind nicht treffsicher – das bestätigen ExpertInnen und auch die AGES. Für eine generelle Schulschließung fehlt die Datengrundlage und damit eine sinnvolle Begründung. Und: Der Anteil der Infektionen bei Kindern bis 14 Jahre am Gesamtinfektionsgeschehen ist seit dem Schulstart sogar gesunken. „Schulen zuzusperren ist eine Maßnahme mit wenig Nutzen, aber viel Schaden“, sagt unsere Vorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner. Kluge, effektive Covid-Sicherheitskonzepte für offene Schulen und sicheren Unterricht erfordern mehr Anstrengung. Es braucht ein Konzept für sicheren Unterricht in Pandemiezeiten – zentral koordiniert von der Regierung. Auch unsere Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid fordert rasch flächendeckende Maßnahmen: „Bildungsminister Faßmann hat die Verantwortung, ein bestmögliches Funktionieren der Schule zu garantieren und für die Sicherheit von SchülerInnen und PädagogInnen in den Schulen, aber auch im Kindergarten zu sorgen!“

Schulschließungen schaden auf vielfältige Weise

Die Nebenwirkungen der Corona-Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche werden oft vergessen. Eine Studie der Universität Wien zeigt auf, dass vor allem Jugendliche und junge Erwachsene eine besonders hohe psychologische Belastung durch die Corona-Krise haben. Zudem wurden auch Gewichtszunahme und Adipositas-Gefährdung von Kindern bereits als Nebenwirkungen von Schulschließungen erkannt. Schulschließungen haben auch langfristige ökonomische Auswirkungen: Das Wifo hat darauf hingewiesen, dass Schulschließungen hohe individuelle und gesellschaftliche Kosten nach sich ziehen. Das IHS geht von langfristigen Kosten im zweistellen Milliardenbereich aus. Und: Müssten mit einem Schlag über 700.000 betreuungspflichtige Kinder zuhause bleiben, müssen das auch die Eltern – darunter auch Gesundheitspersonal. Das würde das personelle Versorgungsdilemma in den Spitälern verschärfen. Auch die Digitalisierung ist nicht vorangeschritten: Die Schulen sind nicht besser als im Frühling für das Homeschooling gerüstet.

Für einen sicheren Schulunterricht in der Pandemie

Es müssen konkrete Maßnahmen innerhalb und außerhalb der Schulen gesetzt werden. Das bedeutet konkret für die Schulen und Kindergärten:

  1. PädagogInnen und Pädagogen als Schlüsselarbeitskräfte schützen
  • Screening-Programm für PädagogInnen: engmaschige, flächendeckende Testungen von PädagogInnen mit Antigen-Tests
  • FFP2-Masken für PädagogInnen und Ausweitung der Maskenpflicht
  • Pool an ErsatzpädagogInnen, um Schulschließungen aufgrund von LehrerInnenmangel vorzubeugen
  1. Schnelle Testergebnisse, um Infektionsketten zu unterbrechen
  • Antigen-Tests für Schülerinnen und Schüler an den Schulen, um Infektionen rasch zu erkennen
  • Einsatz von mobilen Teams, um Ergebnisse innerhalb von 24 Stunden zu bekommen
  • Fast-Lanes in Laboren für Schulen
  1. Schulen und Kindergärten so sicher wie möglich machen:
  • Möglichkeiten zur Ausdünnung der SchülerInnenzahl anwenden (Anmieten von zusätzlichen Räumen, gestaffelter Schulstart etc.)
  •  Lüften, Raumluftreiniger
  • Strikte Verfolgung der Hygienerichtlinien