BILDUNG

Regierung vertagt Ausbau von Kinderbildungsplätzen

Bild: SPÖ-Parlamentsklub/Thomas Lehmann

Kinderbildung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind für die Regierung offenbar nicht wichtig: Türkis-Grün hat unsere Anträge für den Ausbau von Kinderbildungsplätzen und mehr Väterbeteiligung vertagt und schiebt die Verantwortung weiter ab. Klar ist: Politik geht anders.

Der qualitative und quantitative Ausbau von Kinderbildungsplätzen, ein Rechtsanspruch auf Kinderbildung ab dem ersten Lebensjahr und eine Erhöhung der Väterbeteiligung bei der Kinderbetreuung sind das Ziel von drei Anträgen, die unsere Familiensprecherin Petra Wimmer im letzten Familienausschuss des Nationalrates eingebracht hat. Leider wurden unsere Anträge von ÖVP und Grünen vertagt. „Ich hoffe trotzdem immer noch, dass den zahlreichen Lippenbekenntnissen der Regierungsfraktionen auch Taten folgen. Höchst bedauerlich sind allerdings die Absage der ÖVP-Abgeordneten im Familienausschuss an einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr und die fehlende Auskunft über den aktuellen Verhandlungsstand mit den Ländern zur 15a-Vereinbarung betreffend Elementarpädagogik. Auch das überfraktionelle Bekenntnis zur Unterhaltsgarantie wurde von ÖVP und Grünen im Ausschuss leider aufgekündigt“, sagt unsere Familiensprecherin.

Industrie unterstützt SPÖ-Forderung nach Rechtsanspruch

Dabei wird unsere Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr auch von Wirtschaft und Industrie unterstützt. Selbst ÖVP-Abgeordneter und WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf spricht sich mittlerweile dafür aus. Weiters fordern wir, dass es bundesweit einheitliche, verbindliche Mindeststandards und eine bessere Ausgewogenheit bei den Geschlechterquoten der Pädagog*innen und Assistent*innen geben soll.

Maßnahmenpaket zur Erhöhung der Väterkarenz

Derzeit gehen in Österreich nur zwei Prozent der Väter länger als drei Monate und sogar nur ein Prozent der Väter länger als sechs Monate in Karenz. Väterkarenzen haben aber nur dann einen langfristigen Effekt auf die Arbeitsteilung, wenn sie mindestens vier bis sechs Monate dauern. Daher haben wir in einem weiteren Antrag ein Maßnahmenpaket zur Erhöhung der Väterkarenz gefordert. Dieses Paket sieht unter anderem die Einführung eines Familienarbeitszeit-Modells und den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr vor.