SCHULE

SPÖ fordert Gratis-Nachhilfe bei Nachprüfungen

Bild: Nicole Luger- Göttl

Auch heuer werden wieder viele Schüler*innen, die im Herbst eine Nachprüfung machen müssen, alleine gelassen, weil Sommer-Nachhilfe für sie unleistbar ist. Das führt auch zu massiven psychischen Belastungen. SPÖ-Bildungssprecherin Petra Tanzler will den Kindern "den Druck, soweit es geht, von ihren Schultern nehmen“ und fordert kostenlose Nachhilfe.

Ferien als Begriff für Sommer, Sonne, Erholung pur – das gibt es nicht für alle Schüler*innen. Für Zehntausende geht es in den Ferien mit dem Lernen weiter, denn sie müssen sich auf eine Wiederholungsprüfung (Nachprüfung) vorbereiten. Mit dieser Herausforderung werden viele Kinder und Jugendliche aktuell gänzlich alleine gelassen, weil es vonseiten der Schulen keinerlei Unterstützung gibt und Nachhilfe für viele unleistbar ist. Das bedeutet viel Eigenverantwortung und psychischen Druck für oft noch sehr junge Schüler*innen, denn immerhin muss der Stoff des gesamten Jahres nachgelernt und geübt werden. „Kinder sind in unserer Gesellschaft bereits sehr viel Druck ausgesetzt. Die Zahl an psychischen Erkrankungen steigt konstant. Es ist unsere Aufgabe, diesen Druck, soweit es geht, von ihren Schultern zu nehmen und dort zu helfen, wo es möglich ist“, sagt unsere Bildungssprecherin Petra Tanzler.

Unterstützung und Nachhilfe in der Schule

Die SPÖ will daher, dass die Schüler*innen am Ende des Schuljahres an der Hand genommen werden und gemeinsam mit der Lehrperson ein Lernplan erstellt wird, bei dem sich Lernzeit und Entspannungszeit ergänzen. Diesem Plan können die Schüler*innen dann über den Sommer folgen, bis sie – in den zwei Wochen vor der Nachprüfung – für eine intensivere Lernphase an die Schulen zurückkehren können. Somit hängt es nicht länger vom Geldbörserl der Eltern ab, ob ein Kind gut vorbereitet zur Nachprüfung antritt oder nicht.

Das will die SPÖ:

  • Flächendeckend für jeden Schüler und jede Schülerin mit Nachprüfung Unterstützung und Nachhilfe in der Schule – und zwar kostenlos.
  • Lehrer*innen helfen bei der Erstellung von Sommer-Lernplänen und bieten intensive Nachhilfe in den letzten beiden Ferienwochen direkt am Schulstandort.
  • Das Modell der Sommerschule soll erweitert und um ein explizites Angebot für Schüler*innen mit Nachprüfung ausgebaut werden – Schulen haben damit die Aufgabe, jedem und jeder Schüler*in ein individuelles Angebot (im jeweiligen Fach) zu machen.
  • Zum Einsatz kommen vor allem Lehrer*innen: Diese erhalten – wie bereits jetzt bei der Sommerschule – entweder 50 Euro pro Unterrichtsstunde oder Anspruch auf Zeitausgleich.
  • Mittelfristig soll die Nachhilfe gänzlich vom privaten Markt genommen und durch Gratis-Nachhilfe für alle Schüler*innen – auch für Lehrlinge an den Berufsschulen – ersetzt werden. Und zwar das ganze Jahr über, damit es zu Nachprüfungen gar nicht erst kommt.