Beste Bildung für alle

Neue Mittelschule

Bildung ist ein zentrales Thema für die Sozialdemokratie. Durch den Zugang zu Bildung kann nachhaltig die Lebenssituation für Kinder aus niederen sozialen Verhältnissen verbessert werden. Freie Bildung hat viele Facetten, wir skizzieren hier die für uns wichtigsten:

Unterricht

Für die SPÖ ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt aller Überlegungen zum Thema Schule und Unterricht stehen. Alle Kinder und besonders jene aus sozial schwierigen Situationen sollen in Genuss der besten Bildung kommen. Dazu gehört die Gesamtschule, die nachweislich die besten Ergebnisse für Alle erzielt. Auf dem Weg dorthin werden die Hauptschulen und AHSen, die dies möchten, nach und nach zu Neuen Mittelschulen aufgewertet. Auch der Ausbau der Tagesbetreuung und besonders die verschränkte Ganztagsschule sind wichtig, um Kinder und Eltern zu entlasten und nachhaltiges Lernen zu ermöglichen. Kleinere Klassen und mehr Sprachförderung ermöglichen weitere Qualitätsverbesserungen im Unterricht zum Wohl der Schülerinnen und Schüler. Diese Qualität ist mit Einführung der Bildungsstandards auch messbar und wird regelmäßig evaluiert. Politische Bildung ist ein sehr junger Pflichtgegenstand, der uns besonders wichtig ist. Für Oberstufenschülerinnen und –schüler bringt die Reife- und Diplomprüfung NEU und die Weiterentwicklung der Oberstufe weitere Verbesserungen, auch gegen Ende der Sekundarstufe. Die Schulbücher wurden  angepasst, um der neuen Reife- und Diplomprüfung gerecht zu werden. Programme gegen Gewalt sind uns ein wichtiges anliegen, genauso wie der Ausbau von Schulpsychologinnen und – psychologen sowie der Schulsozialarbeit.

Neue Mittelschule
Die Neue Mittelschule (NMS) ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur gemeinsamen Schule und sorgt für beste individuelle Förderung unserer Kinder. Die Einführung der Neuen Mittelschule als Regelschule ist ein bildungspolitischer Meilenstein: Bis 2015/16 werden alle Hauptschulen – und interessierte AHS-Unterstufen – zu Neuen Mittelschulen aufgewertet. Fast 70 Prozent der Zehn- bis Vierzehnjährigen werden dann eine NMS besuchen. Im Endausbau werden in diesen völlig neuen Schultyp, der die wesentlichen Eckpunkte einer modernen Gesamtschule vorweg nimmt, rund 230 Mio EUR investiert – rund 1.000 Euro pro SchülerIn und Jahr für die beste Bildung.

Neue Mittelschule
Ausbau der schulischen Tagesbetreuung
Seit 2011 wird die schulische Tagesbetreuung und die verschränkte Ganztagsschule massiv ausgebaut. Denn vor allem durch die verschränkte Ganztagsschule werden die Schülerinnen und Schüler durch den altersgemäßen Ablauf von Lern-, Ruhe-, Spiel-, Förder- und Essenszeiten optimal gefördert und werden in ihrer persönlichen und leistungsbezogenen Entwicklung unterstützt. Unser Ziel ist, bis 2018 die Betreuungsquote von derzeit 17,5% (119.036 Betreuungsplätze im Rahmen der schulischen Tagesbetreuung und der Ganztagsschule) auf 30% (200.000) zu erhöhen. Die Bundesregierung investiert bis 2014 aus Offensivmitteln 80 Mio. EUR pro Jahr für schulische Tagesbetreuung.
 

Kleinere Klassen
Die KlassenschülerInnenzahl wurde von 30 stufenweise auf 25 gesenkt. Eine Reduktion der KlassenschülerInnenzahl führt nachhaltig zu einer höheren Qualität im Unterricht. Im Schuljahr 2012/13 sitzen durchschnittlich 23,99 Schülerinnen und Schüler in den AHS-Unterstufenklassen und durchschnittlich 18,32 Schülerinnen und Schüler in den allgemeinen Pflichtschulen im Klassenzimmer. Allein dadurch wurden rund 7.000 Arbeitsplätze für Lehrerinnen und Lehrer geschaffen.

Mehr Sprachförderung
Die Deutschförderkurse für außerordentliche Schülerinnen und Schüler wurden im Jahr 2012 verlängert und auch auf die AHS-Unterstufe ausgeweitet. Diese Fördermaßnahme hat sich in den letzten Jahren als Instrument der Vermittlung und Festigung unterrichtssprachlicher Kompetenzen und der sozialen Integration in der Klasse äußerst bewährt

Bildungsstandards
Die Bildungsstandards (Qualitäts-Check für den Unterricht) sind ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung an den Schulen. Sie legen fest, was SchülerInnen nach der 4. und 8. Schulstufe können sollen. Die regelmäßige Überprüfung der Standards sowie die Rückmeldung der Ergebnisse an die einzelnen Schulstandorte setzen Maßstäbe und sollen die Qualitätsentwicklung des Unterrichts entsprechend fördern.

Reife- und Diplomprüfung NEU
Die standardisierte und kompetenzorientierte Reife- und Diplomprüfung an Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) und Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) wird derzeit intensiv vorbereitet. Im Schuljahr 2013/14 wird zum ersten Mal in AHSen die Reifeprüfung NEU angewandt. Die BHS starten ein Jahr später.

Weiterentwicklung der Oberstufe
Die Allgemeinbildenden Höheren Schulen und die Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen wurden durch die stufenweise Implementierung eines Kurssystems modernisiert. Ab 1. September 2017 werden alle Schulen österreichweit von der Oberstufe Neu profitieren. Durch Individualisierung und gezielte Förderung werden neue Lehr- und Lernkulturen etabliert. Im Zentrum steht eine kontinuierliche Leistungserbringung während des gesamten Schuljahres, eine Verbesserung der Lernatmosphäre, kleinere Lernpakete durch die Einteilung in Kompetenzmodule, sowie eine verbesserte Vorbereitung auf eine universitäre Ausbildung.

Mehr Politische Bildung
Auch vor dem Hintergrund der Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre wurde die politische Bildung an den Schulen bereits mit Schulbeginn 2008/09 forciert. In der 8. Schulstufe ist nunmehr der Pflichtgegenstand „Geschichte und Politische Bildung“ gesetzlich verankert. Außerdem wurden Schwerpunkte in der Lehreraus- und -fortbildung fixiert. Für den Unterricht steht ein umfangreiches Paket an Informations- und Beteiligungsangeboten zur Verfügung.

Kompetenzorientierte Schulbücher
Mit der Einführung der Bildungsstandards und der bereits in Erprobung befindlichen standardisierten und kompetenzorientierten Matura sind auch an die Unterrichtsmittel, vor allem an Schulbücher, neue Anforderungen gestellt. Schulbücher werden schon jetzt kompetenzorientiert entwickelt und gehen auf die Anforderungen der neuen Matura ein.

Programme gegen Gewalt
Mit der Initiative „Weiße Feder – Gemeinsam für Fairness und gegen Gewalt“ werden gezielte Maßnahmen zur Gewaltprävention an Schulen gesetzt. Schwerpunkte sind der Ausbau von qualitätsgeprüften Gewaltpräventionsprogrammen wie „Faustlos“ und „WISK“ (Wiener Soziales Kompetenztraining), Verhaltungsvereinbarungen, spezifische Veranstaltungen im Rahmen der LehrerInnenaus- und -fortbildung, Schulpsychologie und Schulsozialarbeit, Vernetzungsarbeit, der Ausbau der Peer-Mediation sowie die österreichweit erfolgreiche Theaterinitiative „Macht|schule|theater“. All diese Maßnahmen sorgen für eine Stärkung von Respekt und Wertschätzung sowie Dialog und Kooperation.

Mehr Schulpsychologinnen und -psychologen und Schulsozialarbeit
Die Zahl der Schulpsychologinnen und -psychologen wurde um 20 Prozent aufgestockt. Österreichweit stehen den Schülerinnen und Schülern, den Lehrenden und Eltern seit Schulbeginn 48 schulpsychologische Expertinnen und Experten mehr zur Verfügung.

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Lehrende

Eine gute Ausbildung faire Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer sind zentral für gute Bildung. Ein neues Dienst- und Besoldungsrecht würde höhere Einstiegsgehälter für junge Lehrende bedeuteten. An den Pädagogischen Hochschulen wird seit September 2012 schrittweise ein neues Besoldungsrecht eingeführt, um auch hier den modernen Anforderungen gerecht zu werden. Die LehrerInnenbildung NEU garantiert die beste Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer auf allen Ebenen.

Neues Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrende
Das neue Dienst- und Besoldungsrecht für neueintretende Lehrerinnen und Lehrer wird in einem intensiven Arbeitsprozess verhandelt. Ziel ist es, den Lehr-Beruf noch attraktiver zu machen und das Dienstrecht so zu gestalten, dass es den modernen Arbeitsanforderungen entspricht. Wichtige Eckpunkte: Höhere Einstiegsgehälter, mehr Zeit mit den Schülerinnen und Schülern, Bezahlung nach Funktion sowie attraktive Auf- und Umstiegsmöglichkeiten.
 
Neues Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrende an den Pädagogischen Hochschulen
Die Lehrerinnen und Lehrer an den Pädagogischen Hochschulen bekommen schrittweise seit September 2012 ein neues Dienstrecht. Es ist kostenneutral, trägt dem Hochschulcharakter der Pädagogischen Hochschulen Rechnung und bringt neben einer Leistungsentlohnung auch eine massive Ausweitung des Aus- und Weiterbildungsangebotes für alle Lehrende (Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer auch im Sommer). Konkret heißt das: Es wurden Maßnahmen zur Stärkung der Forschungskompetenz und Personalentwicklung getroffen, neue Studienangebote zur Weiterentwicklung der PH entwickelt und Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung getätigt.   

Neue gemeinsame LehrerInnenausbildung
Die "Pädagog/innenbildung NEU" erhöht das Ausbildungsniveau durch mehr wissenschaftlich fundierte Theorie und Praxis in der Lehrerausbildung. Erstmals wird die Qualität der Curricula von Pädagogischen Hochschulen und Universitäten durch einen unabhängigen  Qualitätssicherungsrat gewährleistet. Die neue Ausbildung entspricht den heutigen Anforderungen an den Lehrberuf und der Bologna-Struktur (Bachelor-Master-PhD), was den zugang leichter und attraktiver macht, auch für Quereinsteiger.  Die neue Ausbildung ermöglicht Weiterqualifizierungen und ist zwischen Pädagogischen Hochschulen und Universitäten abgestimmt. Durch die gemeinsame Qualitätssicherung und Kooperationen zwischen Pädagogischen Hochschulen und Universitäten werden Lehrerinnen und Lehrer über eine gemeinsame gleichwertige Ausbildung verfügen.    

Aus-, Fort- und Weiterbildung

Das Kostenlose Nachholen von Bildungsabschlüssen ist für die SPÖ von zentraler Bedeutung, um die Chancengerechtigkeit zu fördern. Die neue standardisierte Berufsreifeprüfung ermöglicht mehr Qualität und Transparenz. Lehre mit Matura ermöglicht Lehrlingen mehr Chancen am Arbeitsmarkt. Die modalisierte Abendschule ermöglicht eine noch bessere Vereinbarkeit von Weiterbildung und Beruf. Mit der österreichischen Strategie zum Lebensbegleitendes Lernen soll die Durchlässigkeit noch weiter verbessert werden

Kostenloses Nachholen von Bildungsabschlüssen
Im Rahmen der Initiative „Pflichtschulabschluss, Basisbildung“ konnte ein neues Modell kreiert werden, das allen Menschen, die in Österreich leben, einen kostenfreien Zugang zum Pflichtschulabschluss und/oder zu Basisbildung sichert. Für diese Erwachsenenbildungsoffensive investieren Bund und Land insgesamt mehr als EUR 54 Mio. bis 2014.

Nachholen des Berufsschulabschlusses
Für Personen, die in geförderten Maßnahmen wie zum Beispiel Implacement-Stiftungen auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet werden, oder die Lehre abgebrochen haben und diese nun beenden möchten, soll es die Möglichkeit geben, als ordentliche SchülerInnen die Berufsschule zu besuchen und damit die gesamte duale Lehrausbildung erfolgreich abzuschließen. Damit wird für rund 2.000 junge Erwachsene pro Jahr eine neue Chance des Nachqualifizierens und des Nachholens von Bildungsabschlüssen eröffnet.

Neue Berufsreifeprüfung
Wie bei der neue Reife- und Diplomprüfung an AHS und BHS wird auch die Berufsreifeprüfung modernisiert. Die standardisierte, kompetenzorientierte Berufsreifeprüfung (schriftliche Teilprüfungen erfolgen österreichweit an einem Tag) sorgt für mehr Vergleichbarkeit und Transparenz und bringt mehr Qualität und faire Bildungschancen.

Lehre mit Matura
Diese Maßnahme gibt Jugendlichen die Möglichkeit, parallel zur Lehre kostenlos die Matura zu absolvieren. Die „Lehre mit Matura“ ist seit 2008 von einem Förderprogramm zu einem Erfolgsprogramm avanciert. Jährlich stehen dafür EUR 12,4 Mio. zur Verfügung. Wie erfolgreich dieses Angebot bereits genutzt wird, verdeutlichen folgende Zahlen:
•    Mai 2009: 4.277 TeilnehmerInnen
•    Mai 2010: 6.262 TeilnehmerInnen
•    Mai 2011: 7.742 TeilnehmerInnen
•    Mai 2012: 9.302 TeilnehmerInnen
Das Projekt „Lehre mit Matura“ erhöht durch die Kombination von Lehre und Matura die Chancen der Jugendlichen am Arbeitsmarkt und macht das weltweit anerkannte duale Ausbildungssystem Österreichs noch attraktiver für junge Menschen.

Modularisierung der Abendschule
Die Modularisierung der Schule für Berufstätige ist ein weiterer Schritt, um Menschen eine neue Chance in ihrer individuellen Bildungskarriere zu geben. Hierbei handelt es sich um die Umstellung der Schule für Berufstätige auf die modulare Unterrichtsform. Bereits 18.000 Studierende profitieren an 80 Schulstandorten, vorwiegend im berufsbildenden Schulwesen.

Strategie für Lebensbegleitendes Lernen
Mit der Österreichischen Strategie zum Lebensbegleitenden Lernen (LLL) gelingt es, die Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit im Bildungssystem weiter zu verbessern, damit mehr Menschen zu höherer Qualifizierung kommen. Kennzeichen der österreichischen LLL-Strategie ist der ganzheitliche Ansatz, der alle Lernbereiche umfasst.

Bildung 2

Hochschulen

Alle, die das möchten, sollen an einer Hochschule studieren dürfen. Das bedeutet, dass es keine allgemeinen Studiengebühren geben darf. Mehr Investitionen in die Lehre und zusätzlichen Stellen für Professorinnen und Professoren verbessern die Qualität. Wichtig ist auch die Hürden im unmittelbaren Studienalltag abzuschaffen, wie die Beseitigung der lebenslangen Studiensperre nach Nichtbestehen der Studieneingangsphase zeigt. Zentral ist die soziale Absicherung von Studierenden und die Erhöhung der Studienförderung.

Keine Studiengebühren
Die SPÖ hat die von Schwarz-Blau eingeführten unsozialen Studiengebühren 2008 abgeschafft. 2012 kam es erneut zu Verhandlungen zu Studiengebühren zwischen der Kanzlerpartei und dem Koalitionspartner: Studiengebühren sind kein Thema für die SPÖ. Die Rechtssicherheit in dieser Frage für Universitäten und StudentInnen wurde erneut hergestellt.

100 zusätzliche ProfessorInnen in Fächern, die besonders stark nachgefragt sind
Im Rahmen der Umsetzung einer transparenten Hochschulfinanzierungsstruktur werden bis 2015 rund 100 zusätzliche Professuren in besonders stark nachgefragten Fächern zur Verfügung gestellt. Dies senkt die Betreuungsrelationen an den Universitäten und führt nachhaltig zu verbesserten Studienbedingungen in Architektur und Städteplanung, Biologie und Biochemie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften.

Keine lebenslange Sperre
Das Nichtbestehen der Studieneingangs- und Orientierungsphase nach einer oder zwei Prüfungswiederholungen führte zu einer lebenslangen Studiensperre in der Hauptstudienrichtung sowie in verwandten Studienrichtungen. Diese Sperre wurde aufgehoben. Ebenso wird es in Zukunft an allen Universitäten zumindest zwei Prüfungswiederholungen geben.

Erhöhung der Studienförderung
Die Freibeträge für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Angestellte wurden im Oktober 2012 im Durschnittlich um mehr als 13 % erhöht. Dies ist der erste Schritt einer umfassenden Änderung der Studienförderungen und einer modernen sozialen Absicherung von Studierenden.