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Kreisky-Preis-Verleihung für Gesamtwerk an Francesca Melandri

09.05.2025

Der Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2024 geht für das publizistische Gesamtwerk an Francesca Meldandri, der Anerkennungspreis an die deutsche Schriftstellerin Jagoda Marinić für ihre Schrift „Sanfte Radikalität“ und der Sonderpreis „Arbeitswelten – Bildungswelten“ an Johannes Greß für das Buch „Ausbeutung auf Bestellung“. Bei der Preisverleihung im Kreisky-Forum in Wien hat die Dritte Nationalratspräsidentin und Präsidentin des Renner-Instituts Doris Bures den Preisträger*innen für ihre wichtigen Beiträge gedankt und herzlich gratuliert! 

Der Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2024 geht für das publizistische Gesamtwerk an Francesca Meldandri, der Anerkennungspreis an die deutsche Schriftstellerin Jagoda Marinić für ihre Schrift „Sanfte Radikalität“ und der Sonderpreis „Arbeitswelten – Bildungswelten“ an Johannes Greß für das Buch „Ausbeutung auf Bestellung“. Bei der Preisverleihung im Kreisky-Forum in Wien hat die Dritte Nationalratspräsidentin und Präsidentin des Renner-Instituts Doris Bures den Preisträger*innen für ihre wichtigen Beiträge gedankt und herzlich gratuliert! 

Seit 1993 wird vom Karl-Renner-Institut in Zusammenarbeit mit dem SPÖ-Parlamentsklub und der sozialdemokratischen Bildungsorganisation jährlich der Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch verliehen. Am 7. Mai wurden die Preise für das publizistische Gesamtwerk, der Anerkennungspreis und der Sonderpreis „Arbeitswelten – Bildungswelten“ verliehen. Die Verleihung des Hauptpreises an Richard Cockett für sein Werk „Stadt der Ideen. Als Wien die moderne Welt erfand“ folgt.

Bures: „Brauchen Stimmen, die Klarheit und Empathie in die Debatte bringen“

Doris Bures sagte in ihrer Eröffnungsrede: „In einer Welt, die von einer Wiederkehr plumper imperialistischer Anmaßungen erschüttert wird, braucht es Stimmen, die Klarheit, Empathie und Reflexion in die Debatte bringen. Ob mit einer Analyse moderner Ausbeutung, einem Plädoyer für Vielfalt oder einer beeindruckenden Erzählung italienischer Zeitgeschichte: Johannes Greß, Jagoda Marinic und Francesca Melandri sind alle auf ihre ganz eigene, besondere Art, solche Stimmen.“ Die Laudationen hielten die Generalsekretärin des Kreisky-Forums Sabine Kroissenbrunner, die Direktorin des Karl-Renner-Instituts Maria Maltschnig und der ehemalige SPÖ-EU-Abgeordnete Hannes Swoboda, der der Jury vorsitzt. Francesca Meldandri hielt die Festrede.

Preis für das publizistische Gesamtwerk an Francesca Melandri

 Die in Rom geborene Schriftstellerin Francesca Melandri verarbeitet mit literarischer Präzision gesellschaftspolitische Themen und persönliche Geschichten zu komplexen und nuancierten Erzählungen. Sie verknüpft meisterhaft Schicksale aus Vergangenheit und Gegenwart mit historischen und aktuellen Ereignissen. In ihrem Roman „Alle, außer mir“ gelingt ihr dies besonders eindrucksvoll: Melandri verwebt den faschistischen Rassismus der 1930er-Jahre und die Geschichte der italienischen Besetzung Abessiniens 1935 mit den aktuellen Fluchtbewegungen aus Äthiopien sowie dem Leben einer vierzigjährigen Lehrerin in der Gegenwart. Mit der Fähigkeit, das Vergangene im Gegenwärtigen und das Große im Kleinen erfahrbar zu machen, wurde sie in Bezug auf Geschichte eine Art literarisches Gewissen Italiens und hat sich als eine der bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen europäischen Literatur etabliert.

Anerkennungspreis an Jagoda Marinić

Der Anerkennungspreis geht an die deutsche Schriftstellerin, Dramatikerin und Kolumnistin Jagoda Marinić, die mit ihrer Schrift „Sanfte Radikalität“ (S. Fischer 2024) ein leidenschaftliches und zugleich feinfühliges Plädoyer für eine offene und vielfältige Gesellschaft vorlegt. Mit großer sprachlicher Präzision und intellektueller Schärfe erkundet sie die komplexen Verflechtungen von Identität, Zugehörigkeit und sozialem Wandel in einer Welt, die von Diversität geprägt, aber auch von Polarisierung bedroht ist. Ihr Werk ist ein kraftvoller Appell für den respektvollen Dialog und die Vision einer gerechten und vielfältigen Gesellschaft.

Sonderpreis „Arbeitswelten – Bildungswelten“ an Johannes Greß

Der freie Wiener Journalist Johannes Greß wird mit dem Sonderpreis „Arbeitswelten – Bildungswelten“ ausgezeichnet. Greß beleuchtet in seinem Buch „Ausbeutung auf Bestellung“ (ÖGB Verlag 2024) die blinden Flecken der österreichischen Arbeitswelt und bietet eine eindringliche Analyse moderner Arbeitsrealitäten in einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Gegenwart. Der Autor zeichnet ein schonungsloses Bild von Arbeitsbedingungen, die nicht nur untragbar sind, sondern auch durch unser eigenes Konsumverhalten mitverursacht werden, wie ungarische Paketzusteller, die bis zu 17 Stunden pro Tag arbeiten.

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