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Sporrer würdigt Christian Broda als „Architekt des modernen Rechtsstaats“

12.03.2026

Christian Broda, der als SPÖ-Justizminister den österreichischen Rechtsstaat durch bahnbrechende Reformen modernisierte, wäre am 12. März 2026 110 Jahre alt geworden. SPÖ-Justizministerin Anna Sporrer unterstrich anlässlich einer Gedenkveranstaltung, die am Wiener Zentralfriedhof abgehalten wurde, Brodas Einsatz für Humanismus, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.

Christian Broda, der als SPÖ-Justizminister den österreichischen Rechtsstaat durch bahnbrechende Reformen modernisierte, wäre am 12. März 2026 110 Jahre alt geworden. SPÖ-Justizministerin Anna Sporrer unterstrich anlässlich einer Gedenkveranstaltung, die am Wiener Zentralfriedhof abgehalten wurde, Brodas Einsatz für Humanismus, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.

Christian Broda war Justizminister in der Ära Kreisky und hat mit seinen grundlegenden Reformen das Straf- und Familienrecht modernisiert. Broda gilt als Architekt einer liberalen, rechtsstaatlichen und sozial orientierten Justizpolitik, die einen humanen Strafvollzug und Resozialisierung großschreibt. „Christian Broda hat uns gelehrt, dass ein moderner Rechtsstaat niemals statisch sein darf, sondern sich stets am humanistischen Fortschritt messen lassen muss. Sein Vermächtnis ist uns Auftrag und Mahnung zugleich: Es gibt keine Demokratie ohne den Rechtsstaat, und es gibt keinen Rechtsstaat ohne die Demokratie“, so SPÖ-Justizministerin Anna Sporrer, die aufgrund eines Auslandsaufenthalts beim Broda-Gedenken durch einen Sektionschef des Justizministeriums vertreten wurde. Sporrer betonte, im Sinne Brodas die notwendigen Reformen fortzusetzen, „um die Unabhängigkeit und das Vertrauen in unsere Justiz für die kommenden Generationen abzusichern“.

Kreisky und Broda: Solidarische Gesellschaft, moderne Justiz

Unter Justizminister Broda wurde 1975 das neue Strafgesetzbuch eingeführt, das eine stärkere Orientierung an gesellschaftlich zentraler Resozialisierung statt reiner Bestrafung festschrieb. Weitere zentrale Reformen, die von Broda ausgearbeitet und in den 1970er-Jahren beschlossen wurden, sind die Verbesserung der Rechtsstellung unehelicher Kinder, die Gleichstellung von Mann und Frau im bürgerlichen Recht, das Unterhaltsvorschussgesetz, die Neuordnung des Kindschaftsrechts, wodurch Vater und Mutter gleiche Rechte und Pflichten gegenüber ihren Kindern erhielten, und die Einführung der einvernehmlichen Scheidung. Die Entkriminalisierung der Homosexualität, die Fristenlösung und nicht zuletzt der humane Strafvollzug sind weitere Eckpunkte seins Wirkens.

Auch der kompensatorische Rechtsschutz für die sozial Schwächeren war Broda ein zentrales Anliegen. Seine Devise „Gleichheit nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch durch das Gesetz“ war der Ursprung für moderne und im demokratischen Rechtsstaat unverzichtbare Gesetze wie das Konsumentenschutz- und das Mietrechtsgesetz sowie die Verfahrenshilfe für finanziell schlechter gestellte Menschen.

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