F&A Millionärssteuern
Fragen und Antworten zum fairen Beitrag sehr großer Vermögen
- Warum braucht Österreich mehr Ausgewogenheit im Steuersystem?
- Was ist das Ziel des SPÖ-Modells?
- Wen betrifft der faire Beitrag großer Vermögen?
- Warum ist das fair?
- Wie steht Österreich im internationalen Vergleich da?
- Was bringt das Modell?
- Wie schützt das SPÖ-Modell Eigenheime?
- Wie sieht das Millionärssteuer-Modell der SPÖ aus?
- Wie sieht das Erbschafts- und Schenkungssteuer-Modell der SPÖ aus?
- Was passiert mit Hausrat?
- Wie wird die Millionärssteuer eingehoben?
- Wie werden Erbschaften und Schenkungen erfasst?
- Was passiert mit Immobilien?
- Was passiert mit Betriebsvermögen?
- Was passiert mit landwirtschaftlichen Betrieben?
- Was passiert mit der Grunderwerbsteuer bei Erbschaften?
- Wie wird eine Umgehung verhindert?
- Warum gibt es solche Steuern nicht schon längst?
- Was ist der Kern des SPÖ-Modells?
- Wie schafft die SPÖ in der Koalition mit ÖVP und NEOS mehr Steuergerechtigkeit und eine faire Verteilung von Vermögen?
Warum braucht Österreich mehr Ausgewogenheit im Steuersystem?
Österreichs Steuersystem ist sehr unausgewogen. Arbeit und Konsum tragen einen sehr großen Teil zur Finanzierung öffentlicher Leistungen bei. Vermögensbezogene Steuern leisten hingegen nur einen kleinen Beitrag.
Das bedeutet: Gesundheit, Pflege, Bildung, Infrastruktur und soziale Sicherheit werden vor allem von Menschen finanziert, die arbeiten oder konsumieren. Aber nicht von jenen, die Millionen erben oder besitzen. Die SPÖ will diese Balance verbessern.
Was ist das Ziel des SPÖ-Modells?
Das Ziel ist ein ausgewogeneres Steuersystem.
Arbeit soll entlastet werden. Öffentliche Leistungen sollen langfristig gesichert werden. Sehr große Vermögen sollen einen angemessenen Beitrag leisten.
Dabei gilt: Eigenheime bleiben geschützt. Häuslbauerfamilien sind nicht betroffen.
Wen betrifft der faire Beitrag großer Vermögen?
Das Modell betrifft höchstens zwei Prozent der Bevölkerung.
98 Prozent der Menschen in Österreich sind von Millionärssteuern NICHT betroffen, sondern profitieren von Entlastungen und Investitionen.
Warum ist das fair?
Alle Menschen profitieren von einem funktionierenden Sozialsystem: von Spitälern, Pflege, Schulen, öffentlicher Infrastruktur, Sicherheit und stabilen Rahmenbedingungen.
Deshalb ist es nur gerecht und angemessen, dass auch sehr große Vermögen einen Beitrag zur Finanzierung dieser sozialen Errungenschaften leisten.
Wie steht Österreich im internationalen Vergleich da?
Österreich hat im OECD-Vergleich sehr niedrige vermögensbezogene Steuern. Gleichzeitig gehört die Besteuerung von Arbeit zu den höchsten im OECD-Vergleich
Die SPÖ will Österreich hier stärker an internationale Standards heranführen und die Besteuerung ausgewogener verteilen. Das heißt: Wer mehr hat, soll mehr beitragen.
Was bringt das Modell?
Die Steuer auf sehr große Vermögen und große Erbschaften soll jährlich rund 5 bis 6 Milliarden Euro bringen.
Diese Mittel sollen verwendet werden für:
- die Senkung der Steuern auf Arbeit
- die Stärkung des Gesundheitssystems
- bessere Pflege
- Investitionen in Bildung
- mehr soziale Sicherheit
Wie schützt das SPÖ-Modell Eigenheime?
Das selbst bewohnte Eigenheim bleibt sowohl bei der Millionärssteuer als auch der Erbschaftssteuer bis zu einem Wert von 1,5 Millionen Euro steuerfrei.
Zusätzlich gilt ein Freibetrag von 1 Million Euro für weiteres Vermögen.
Damit ist sichergestellt: Normale Eigenheime und Häuslbauerfamilien werden geschützt.
Wie sieht das Millionärssteuer-Modell der SPÖ aus?
Besteuert wird das Nettovermögen von Haushalten und Privatstiftungen. Schulden werden abgezogen.
Für Vermögen oberhalb der Freibeträge gelten folgende Stufen:
- 0,5 Prozent für Vermögen zwischen 1 und 10 Millionen Euro
- 1 Prozent für Vermögen zwischen 10 und 50 Millionen Euro
- 2 Prozent für Vermögen ab 50 Millionen Euro
Das Modell konzentriert sich damit auf sehr große Vermögen.
Wie sieht das Erbschafts- und Schenkungssteuer-Modell der SPÖ aus?
Erbschaften und Schenkungen unter 1 Million Euro bleiben steuerfrei. Hier gilt ein „Lebensfreibetrag“, bei dem Erbschaften und Schenkungen über einen Zeitraum von 30 Jahren zusammengezählt werden. Wenn die Gesamtsumme unter einer Million Euro liegt, gibt es keine Steuerpflicht.
Wird ein Eigenheim vererbt oder verschenkt und danach mindestens zehn Jahre als Hauptwohnsitz genutzt, bleibt es bis zu einem Wert von 1,5 Millionen Euro steuerfrei.
Für darüberhinausgehende Erbschaften gelten folgende Stufen:
- 25 Prozent ab 1 Million Euro
- 30 Prozent ab 5 Millionen Euro
- 35 Prozent ab 10 Millionen Euro
- 50 Prozent ab 50 Millionen Euro
Was passiert mit Hausrat?
Hausrat bleibt steuerfrei.
Dazu zählen etwa Möbel, Kühlschränke, Fernseher, Bilder oder andere Gegenstände des täglichen Lebens.
Wie wird die Millionärssteuer eingehoben?
Die Millionärssteuer soll wie die Einkommensteuer über Selbstdeklaration eingehoben werden.
Das Finanzamt kann stichprobenartige Kontrollen durchführen. Damit bleibt der Verwaltungsaufwand überschaubar.
Wie werden Erbschaften und Schenkungen erfasst?
Erbschaften und Schenkungen über 10.000 Euro sollen gemeldet und in einem Register erfasst werden.
Es gibt keine rückwirkende Besteuerung. Die Berechnung beginnt erst ab Inkrafttreten der Regelung.
Was passiert mit Immobilien?
Für Immobilien wird der Verkehrswert herangezogen. Die Bewertung orientiert sich an bestehenden rechtlichen Grundlagen.
Damit soll eine nachvollziehbare und einheitliche Bewertung sichergestellt werden.
Was passiert mit Betriebsvermögen?
Betriebe selbst sind nicht direkt Steuersubjekt. Entscheidend ist das Vermögen natürlicher Personen oder Privatstiftungen.
Bei Betriebsübergaben soll ein Schutzmodell gelten: Wenn der Betrieb mindestens fünf Jahre weitergeführt wird und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb bleiben, werden 85 Prozent des Betriebsvermögens von der Bemessungsgrundlage ausgenommen.
Damit werden Betriebe und Arbeitsplätze geschützt.
Was passiert mit landwirtschaftlichen Betrieben?
Land- und forstwirtschaftliche Betriebe bis 150 Hektar sollen nach dem SPÖ-Modell nicht von Millionärs- oder Erbschaftssteuern betroffen sein.
Erfasst werden nur sehr große Agrarbetriebe.
Was passiert mit der Grunderwerbsteuer bei Erbschaften?
Die SPÖ will die Grunderwerbsteuer bei Erbschaften und Schenkungen von Haus oder Wohnung abschaffen.
Damit werden Menschen entlastet, die ein Eigenheim oder eine Wohnung innerhalb der Familie übernehmen.
Wie wird eine Umgehung verhindert?
Wie in anderen Ländern sollen begleitende Regeln sicherstellen, dass die Steuer nicht umgangen wird.
Dazu zählen etwa Regelungen für Vermögen im Inland und die Registrierung von Erbschaften und Schenkungen.
Warum gibt es solche Steuern nicht schon längst?
In Österreich gibt es unterschiedliche politische Positionen zur Besteuerung sehr großer Vermögen.
Die SPÖ ist der Ansicht, dass das Steuersystem neu geordnet werden muss: Arbeit entlasten, Eigenheime schützen, öffentliche Leistungen sichern und sehr große Vermögen angemessen einbinden.
ÖVP, FPÖ und NEOS wollen das nicht. Auch die Grünen haben in ihrer Legislaturperiode keinen Fortschritt in Sachen Vermögensgerechtigkeit gemacht – ganz im Gegenteil. Die Vorgängerregierung hat die Konzernsteuer gesenkt.
Was ist der Kern des SPÖ-Modells?
Österreich braucht ein Steuersystem, das ausgewogener funktioniert.
Wer arbeitet, soll entlastet werden.
Eigenheime bleiben geschützt.
Gesundheit, Pflege und Bildung werden gestärkt.
Sehr große Vermögen leisten einen angemessenen Beitrag.
So schafft die SPÖ mehr Ordnung und Fairness im österreichischen Steuersystem.
Wie schafft die SPÖ in der Koalition mit ÖVP und NEOS mehr Steuergerechtigkeit und eine faire Verteilung von Vermögen?
Ein wichtiges Mittel zu mehr Vermögens- und Steuergerechtigkeit ist das Budget. Die SPÖ hat schon beim Budget für die Jahre 2025 und 2026 durchgesetzt, dass die, die mehr haben, auch mehr beitragen – zum Beispiel Banken, Konzerne und Privatstiftungen. Auch für die Jahre 2027 und 2028 haben wir das sichergestellt. Mehr als die Hälfte des notwendigen Gelds, das für die Budgetsanierung und für wichtige Investitionen in Pflege, Kinderbetreuung und Beschäftigung gebraucht wird, kommt von Banken, Konzernen und Besserverdienenden. Konkret zahlen sie 56 Prozent der Budgetsanierung. Die SPÖ hat durchgesetzt, dass die Steuern für Großkonzerne zum ersten Mal seit Jahrzehnten erhöht werden. Die höhere Bankenabgabe wird um drei Jahre verlängert und die Immobilienertragsteuer wird erhöht. Staatliche Betriebe müssen höhere Dividenden beisteuern. Und mit dem dritten Paket zur Bekämpfung von Steuerbetrug sorgt die SPÖ dafür, dass wirklich alle ihre Steuer zahlen und es sich Unternehmen nicht mit Steuertricks richten.