Die Dritte Präsidentin des Nationalrats und Präsidentin des Karl-Renner-Instituts Doris Bures verwies in ihren Eröffnungsworten auf die aktuellen globalen Entwicklungen, in denen Demokratie und Frauenrechte durch autoritäre Politiker unter Druck geraten. „Wenn wir in eine Weltordnung schlittern, in der nicht die Stärke des Rechts, sondern das Recht des Stärkeren gilt, dann sind wir als Demokratinnen und besonders als Sozialdemokratinnen immens gefordert, gegenzuhalten“, so Bures. Vizekanzler, SPÖ-Chef Andreas Babler betonte: „Dieses Symposium ist auch eine Kampfansage gegen weltweite Entwicklungen, gegen Anti-Feminismus und die Bedrohung von Frauenrechten. Denn wenn Frauenrechte abgebaut werden, verliert auch immer die Demokratie.“
„Für uns Sozialdemokrat*innen gibt es keinen isolierten Kampf um Frauenrechte und keine Demokratie, mit der wir zufrieden sein können, wenn Frauenrechte nicht ausgebaut, gesichert und weiter erkämpft werden. Das ist das Vermächtnis von Barbara Prammer und der Auftrag für uns alle“, so Babler. Prammers Werk werde fortgeführt: „Als starkes rotes Regierungsteam sorgen wir tagtäglich dafür, dass Demokratie und Gleichstellung geschützt und ausgebaut werden“, so Babler.
Mit einem starken feministischen Regierungsteam sorge die SPÖ für mehr Sicherheit und Schutz vor Gewalt, eine bessere öffentliche Gesundheitsversorgung und das Schließen der Lohnschere. Der Nationale Aktionsplan sei ein großer Meilenstein gegen Gewalt an Frauen. „Das ist kein Frauenthema, sondern ein Männerthema – so sehen wir das in unserer gesamten Bewegung. Wir werden nicht ruhen, solange Frauen in Österreich Gewalt erfahren müssen“, so der SPÖ-Chef. Zum Motto des heurigen Barbara-Prammer-Symposiums betonte Babler: „Frauen haben ein Recht auf gleichberechtigte Forschung und Zugang zu Medikamenten. Dieses Recht umzusetzen, ist unsere politische Agenda.“ Bereits umgesetzt wurde die Streichung der Umsatzsteuer auf Frauenhygieneartikel und Verhütungsmittel seit 1. Jänner. In der Gesundheitspolitik kämpft Babler für mehr Kassenärzt*innen.
Im Eröffnungstalk des Symposiums betonte Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner, dass der Schutz vor Gewalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Die SPÖ arbeitet „unter Hochdruck am Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen“, damit alle Maßnahmen rasch umgesetzt werden. Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann sagte: „Wir brauchen eine bessere Versorgung, vor allem für Frauen. Deshalb haben wir den Gesundheitsreformfonds geschaffen. Damit werden wir die Versorgung in Gesundheitszentren ausbauen und in Prävention und Vorsorge investieren.“
SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz will in der Frauengesundheit Akzente setzen und strukturelle Ungleichbehandlungen beseitigen: „Noch immer leisten vor allem Frauen unbezahlte Care-Arbeit und Frauen werden noch immer in der Medizin weniger berücksichtigt.“ Der Generalsekretär der Foundation for European Progressive Studies (FEPS) László Andor betonte, dass Österreich und die SPÖ mit gutem Beispiel vorangehen würden und dem frauenpolitischen Backlash, der sich international breitmache, entgegenwirkten.
Das Barbara-Prammer-Symposium, eine gemeinsame Veranstaltung der SPÖ-Frauen, des SPÖ-Parlamentsklubs, des Karl-Renner-Instituts sowie der Foundation for European Progressive Studies (FEPS), bringt in Gedenken an die verstorbene Nationalratspräsidentin zentrale politische Entscheidungsträger*innen und Fachstimmen zu frauenpolitischen Themen zusammen. In Panels und Keynotes wurde heuer thematisiert, wie geschlechtsspezifische Ungleichheiten in medizinischer Forschung, Versorgung und Gesundheitspolitik entstehen – und welche feministischen Perspektiven notwendig sind, um bestehende Strukturen zu verändern.