„Die Zeiten sind ernst“, sagte Marterbauer, denn im Frühjahr 2026 haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen neuerlich verschlechtert – dies erschwert auch die notwendige Budgetsanierung: „Der Krieg der USA gegen den Iran hat eine weltweite Energiekrise ausgelöst. Das trifft uns in Österreich zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt.“ Noch zu Beginn des Jahres habe sich eine wirtschaftliche Trendwende zum Positiven abgezeichnet, die Konjunktur hat sich erholt, die Budgetsanierung hat Erfolge gezeigt. „Doch kaum waren wir halbwegs über den Berg, kam dieser Krieg und mit ihm neuerlich Inflation und Wirtschaftsdämpfung“, so Marterbauer, der festhielt: „Wir lassen uns nicht entmutigen! Wir tun alles, um die Teuerung zu bremsen. Und wir reagieren auf die schlechteren äußeren Umstände mit einem zweiten Sanierungspaket im Doppelbudget 2027/28.“
Die Bundesregierung knüpft dabei an das erfolgreiche Doppelbudget 2025/26 an und setzt die sozial gerechte Sanierung des Budgets fort. Dies ist notwendig, um die Altlasten der letzten Regierung zu beseitigen: „Die nicht gegenfinanzierten Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen der Vorgängerregierung belasten unser Budget im Jahr 2028 noch immer mit 15 Mrd. Euro“, so Marterbauer. „Wir sind wahrlich ein desaströses Erbe angetreten. Doch wir sanieren Schritt für Schritt das Land“, so Marterbauer, der unterstrich: „Wir schaffen die Spielräume für konjunkturelles Gegensteuern und eine gezielte Investitionsoffensive.“
Das Doppelbudget 2027/28 vereint, wie Marterbauer betonte, vier Grundzüge: Erstens soll die Sanierung weiterhin möglichst nachfrageschonend erfolgen. “Wir arbeiten mit Augenmaß und wollen Konjunktur und Beschäftigung stabilisieren“, so Marterbauer. Zweitens werden Maßnahmen auf der Ausgaben- und der Einnahmenseite verknüpft – „wir sorgen für Ausgewogenheit, nicht zuletzt in Bezug auf die Verteilungswirkungen“. Drittens stecken in diesem Paket umfangreiche Offensivmaßnahmen – um Schulen, Kindergärten, Pflege und Qualifizierung auszubauen. Und viertens sichert die Bundesregierung damit „Schritt für Schritt die langfristige Finanzierbarkeit des Sozialsystems ab“, so Marterbauer.
„Ich gebe die Steuereinnahmen lieber für Kindergärten und Pflege aus als für Zinsen!“
Finanzminister Markus Marterbauer
„Glaubwürdigkeit und stabile Erwartungen – das ist der Weg, auf dem wir mit dem nächsten Sanierungsschritt weitergehen“, so Marterbauer über das Doppelbudget 2027/28. Dies sei auch für die Konsumnachfrage entscheidend: „Wir wollen den Menschen Sicherheit geben. Wir wollen Ängste nehmen und der Instabilität entgegenwirken.“

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Mit dem Doppelbudget stabilisiert die Bundesregierung den Bundeszuschuss zu den Pensionen. „Die Pensionen werden nicht gekürzt. Im Gegenteil, sie werden erhöht. 2027 steigen die Ausgaben für Pensionen um 2,4 Mrd. Euro“, so Marterbauer. „Die Pensionserhöhung beträgt 2027 im Durchschnitt 2,95 Prozent. Kleinere Pensionen steigen mehr, sehr hohe weniger“, so Marterbauer, der festhielt, dass die Pensionist*innen nicht benachteiligt werden: „Wir sichern ihren verdienten Lebensstandard. Aber sie tragen auch solidarisch zur Sanierung des Budgets und zur Finanzierbarkeit des Pensionssystems bei.“
Gleichzeitig sind Offensivmittel in Höhe von 100 Mio. Euro pro Jahr für Verbesserungen bei den Pflegediensten vorgesehen. Mit weiteren 20 Mio. Euro pro Jahr finanziert die Bundesregierung Angebote zur Beratung, Hilfestellung, Schulung und Unterstützung im digitalen Leben.
Von der Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage profitieren die Pensionsversicherung, Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Die Höchstbeitragsgrundlage steigt 2027 um 150 Euro, 2028 noch einmal um 50 Euro. Das bringt Mehreinnahmen von 290 Mio. Euro 2028. „Dies ist der Finanzierungsbeitrag der 10 Prozent der Besserverdienenden“, so Marterbauer.
In der Arbeitslosenversicherung dient neben der Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage auch die Vereinheitlichung des Beitragssatzes auf 2,95 Prozent der finanziellen Absicherung. „Das bedeutet für Beschäftigte mit Gehältern unter 2.600 Euro höhere Beiträge und die Arbeitslosenversicherung nimmt zusätzlich 350 Mio. Euro ein“, so Marterbauer, der betonte, dass es immer noch besser ist, die Beiträge zu erhöhen, als das Arbeitslosengeld zu kürzen. Um die sozialen Folgen abzumildern, wird es für bestehende Arbeitsverhältnisse eine Übergangsfrist von bis zu sechs Jahren geben.
Mehr Mittel stellt die Regierung für den Arbeitsmarkt zur Verfügung: 100 Mio. Euro kommen innovativen Projekten zugute, u.a. um die Jugendarbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen.
„Die Steuern, die wir zusätzlich einnehmen, kommen vor allem von Unternehmen und Besserverdienenden. Sie sind in Hinblick auf die soziale Ausgewogenheit des Sanierungspakets und für die Verteilungsgerechtigkeit unverzichtbar.“
Finanzminister Markus Marterbauer